Schwangerschaftstest: wiederholt negativ

Nur ein Balken im Sichtfenster bedeutet bei den meisten Schwangerschaftstests: nicht schwanger. Wer sich sehnlichst ein Kind wünscht, für den ist dieser Anblick eine große Enttäuschung. (Foto: Bilderstöckchen/Fotolia)
Nur ein Balken im Sichtfenster bedeutet bei den meisten Schwangerschaftstests: nicht schwanger. Wer sich sehnlichst ein Kind wünscht, für den ist dieser Anblick eine große Enttäuschung. (Foto: Bilderstöckchen/Fotolia)

Das Alter der Frau spielt beim Thema Fruchtbarkeit eine große Rolle

(dbp/spo) „Jetzt bloß nicht schwanger werden!“ denken viele junge Erwachsene während ihrer Ausbildung und unternehmen große Anstrengungen in Sachen Verhütung. Wenn das Wunschkind dann später kommen soll, werden manche jedoch enttäuscht. „Man schätzt, dass jedes siebte Paar im fortpflanzungsfähigen Alter ungewollt kinderlos ist – teils auch nur phasenweise“, sagt Professor Dr. Jan-Steffen Krüssel vom Universitären Interdisziplinären Kinderwunschzentrum Düsseldorf (UniKiD).

Mögliche Gründe für eine ausbleibende Schwangerschaft gibt es viele: Bei Frauen zum Beispiel Fehlbildungen oder Schäden an den Eileitern, Eierstöcken oder der Gebärmutter, Hormonstörungen oder Infektionen. Bei Männern eine schlechte Spermienqualität, Hodenverletzungen oder ebenfalls Fehlbildungen der Geschlechtsorgane. Darüber hinaus spielen Lebensführung und Psyche eine Rolle.

Fehler bei der Zellteilung

Ein Punkt, der von vielen unterschätzt wird, sei das Alter der Frau, sagt Professor Krüssel. Die Eizellen, über die sie im Laufe ihres Lebens verfügt, trägt frau nämlich schon von Geburt an im Körper. In den Eierstöcken liegen sie im Dornröschenschlaf, bis beim Eisprung jeweils eine von ihnen auf die große Reise geschickt wird.

Das Problem: Vor dem Eisprung müssen die Eizellen eine Zellteilung durchlaufen, die sogenannte meiotische Teilung. Je älter die Eizellen sind, desto häufiger läuft diese Teilung nicht optimal ab. So entstehen Chromosomenfehler, die zu Entwicklungsstopps, Fehlgeburten oder Behinderungen beim Embryo führen können. Ab 35 sinkt für Frauen die Wahrscheinlichkeit, auf natürlichem Weg ein gesundes Kind zu bekommen, deshalb rapide.

Wann ärztliche Hilfe suchen?

Doch: Auch unabhängig vom Alter der Frau oder anderen Störungen führt nicht jeder ungeschützte Sex automatisch zu einer Schwangerschaft. Paare, die sich ein Kind wünschen, „sollten sich deshalb ruhig ein bisschen Zeit nehmen“ für ihren Kinderwunsch, sagt Professor Krüssel.

Ist die Frau jünger als 35 und findet regelmäßig Geschlechtsverkehr um die Eisprungzeit herum statt, rät er, frühestens nach einem Jahr ärztliche Hilfe zu suchen. Das muss nicht gleich bedeuten, dass eine künstliche Befruchtung ansteht. Vielmehr testet der Frauenarzt zunächst den Hormonstatus und beobachtet den Zyklus der Frau, um zu sehen, ob überhaupt Eisprünge stattfinden. Beim Mann steht an erster Stelle die Prüfung der Spermienqualität. Je nachdem, welche Ursache für die ausbleibende Schwangerschaft gefunden wird, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten – natürlich auch die künstliche Befruchtung.

„Wenn die Frau über 35 Jahre alt ist, würde ich mit dem Arztbesuch kein Jahr mehr warten“, sagt der Professor. Sonst verlören die Paare für die Kinderwunschbehandlung wertvolle Zeit. Egal auf welche Art kinderlosen Paaren medizinisch geholfen wird: Die Chancen, ein Kind zu bekommen, hängen immer stark von der Qualität der Embryonen ab, also auch von der Qualität der Eizellen.