Schwangerschaftsdiabetes kann chronisch werden

Schwangerschaftsdiabetes sollte nicht ignoriert werden. (Foto: tsarnes / Fotolia)
Schwangerschaftsdiabetes sollte nicht ignoriert werden. (Foto: tsarnes / Fotolia)

(dbp/spo) Jede zweite Frau, die in der Schwangerschaft kurzzeitig einen Diabetes (Gestationsdiabetes) entwickelt, erkrankt Jahre nach der Geburt dauerhaft daran.

Das ist das Ergebnis einer Studie aus Südkorea.

Dabei handelt es sich nicht nur um ein asiatisches Phänomen: „Die Studie bestätigt Erkenntnisse, die wir auch in deutschen Studien gewinnen“, sagt Dr. Erhard Siegel, Präsident der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). 843 Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes wurden bei der Untersuchung in Südkorea langfristig beobachtet. Innerhalb von acht Jahren nach der Geburt entwickelte jede Zweite von ihnen einen Diabetes Typ 2. Bei 12,5 Prozent waren die Blutzuckerwerte schon nach zwei Monaten wieder erhöht. Grund dafür war in vielen Fällen eine genetische Veranlagung.

Stillen senkt das Erkrankungsrisiko

Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes können das Risiko einer späteren Erkrankung senken: Indem sie ihr Kind zum Beispiel in den ersten drei Monaten stillen, ihre Ernährung umstellen und Übergewicht abbauen. Die DDG empfiehlt Betroffenen zudem, ihre Blutzuckerwerte regelmäßig zu kontrollieren, auch wenn diese sich nach der Entbindung zunächst wieder normalisiert haben. Eine erste Messung wird sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt empfohlen. Sind die Werte hier im Rahmen, sollte die Messung alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden.