Schwangere sollten Weichmacher meiden

Schwangere sollten sich von Schadstoffen fernhalten. (Foto: Bilderbox)
Schwangere sollten sich von Schadstoffen fernhalten. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Schwangere sollten Abstand halten zu bestimmten Phthalaten, besser bekannt als Weichmacher.

Es handelt sich um die beiden chemischen Verbindungen namens Butylbenzylphthalat (BBP) und Di-n-Butylphthalat (DBP). Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft viel Kontakt mit diesen Stoffen hatten, ein erhöhtes Asthmarisiko aufweisen. Darauf weisen die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung (DLS) hin.

Weichmacher sind dazu da, Kunststoffe flexibler zu machen. Ganz vermeiden kann man den Kontakt nicht, da Phthalate in unzähligen Produkten stecken, mit denen wir uns umgeben. Sie befinden sich beispielsweise in Bodenbelägen (zum Beispiel Vinylteppiche), Duschvorhängen und vielen Kosmetikprodukten. Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass eine starke Belastung von Schwangeren mit den Weichmachern BBP und DBP das Asthmarisiko ihrer Kinder deutlich erhöht – und zwar um 72 Prozent bzw. 78 Prozent.

An der Studie haben 300 schwangere Frauen zwischen 1998 und 2006 teilgenommen. Die Belastung mit Weichmachern wurde durch Urinproben bestimmt – sowohl bei den Müttern als auch – später – bei den Kindern. Verglichen wurde das Asthmarisiko der Kinder von stärker belasteten mit weniger belasteten Müttern. Die Forscher haben dabei aber auch ermittelt, dass zwei andere Weichmacher (DEHP und DEP) keinen Einfluss auf das Asthmarisiko haben. „Wieso manche Phthalate das Asthmarisiko steigern, andere aber offenbar auch nicht, ist noch nicht bekannt“, sagt Professor Harald Morr.

Der Vorstandsvorsitzende der Lungenstiftung hat folgende Tipps für die Reduzierung von Kontakt mit Weichmachern: „Lebensmittel lieber in Gefäßen aus Glas anstelle von Plastik aufbewahren und auch in der Mikrowelle Glas oder Porzellan verwenden.“ Bei Waschmittel und Seifen ebenso wie bei Kosmetika sollten parfümierte Produkte bevorzugt werden. Und „schließlich – wenn möglich – auf Bodenbeläge aus Vinyl verzichten“, rät Professor Morr.