Schwangere sollten Jodmangel ausgleichen

In der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf. (Foto: Bilderbox)
In der Schwangerschaft steigt der Jodbedarf. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Fehlt schwangeren Frauen Jod im Körper, kann das die Hirnentwicklung ihres Babys beeinträchtigen.

Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) mit und empfiehlt werdenden Müttern, Jodtabletten einzunehmen.

Jod wird vor allem zum Aufbau von Schilddrüsenhormonen gebraucht, während der Schwangerschaft verdoppelt sich den Angaben zufolge der Bedarf. Eine südenglische Studie hat nun 1.000 Kinder von der Schwangerschaft bis zum Grundschulalter untersucht und deutliche Mängel bei jenen festgestellt, deren Mütter in der Schwangerschaft einen Jodmangel hatten. Dies waren etwa zwei Drittel.

Die betroffenen Kinder hatten mit acht Jahren oft schlechtere Ergebnisse im sprachlichen Teil eines Intelligenztests als der Durchschnitt. Ein Jahr später erzielten sie schlechtere Ergebnisse beim Lese-Test. „Sie waren langsamer, machten mehr Fehler und verstanden den Text schlechter als Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft ausreichend mit Jod versorgt waren“, zitiert DGE-Sprecher Professor Dr. Helmut Schatz die Studienergebnisse.

Jodsalz alleine reicht nicht

Auch in Deutschland haben viele schwangere Frauen einen Jodmangel. Wegen des erhöhten Bedarfs reicht es für sie allerdings nicht aus, lediglich jodiertes Speisesalz zu verwenden. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Schwangeren eine tägliche Jod-Aufnahme von 250 Mikrogramm. Werden etwa 100 Mikrogramm mit der Nahrung aufgenommen, etwa durch jodiertes Speisesalz, sollte laut DGE also pro Tag noch eine Tablette mit 100 bis 150 Mikrogramm Jod eingenommen werden – allerdings nur nach ärztlicher Absprache.