Schutzimpfung gegen Gürtelrose

Die neue Impfung gegen Gürtelrose mit einem Totimpfstoff ist gut verträglich. (Foto: Fotolia / thodonal)
Die neue Impfung gegen Gürtelrose mit einem Totimpfstoff ist gut verträglich. (Foto: Fotolia / thodonal)

Bei Risikogruppen zahlt die Krankenkasse.

(iwg/spo/fru) Herpesviren können einerseits relativ harmlose Infektionen wie Lippenbläschen verursachen, zum anderen aber auch ernste Krankheiten wie die Gürtelrose (Herpes zoster). Die dafür verantwortlichen Erreger heißen Varicella-Zoster-Viren und sind bereits in der Kindheit auch Auslöser für Windpocken. Sie bleiben wie alle anderen Herpesviren nach der Erkrankung – in diesem Fall mit Windpocken – inaktiv aber lebensfähig im Körper. Nach Jahren kann aus solchen „schlafenden“ Viren eine schmerzhafte Gürtelrose entstehen. Wiederbelebt werden sie nach Angaben des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) zum Beispiel durch ein geschwächtes Immunsystem, Stress oder andere Erkrankungen.

Hautausschlag und Bläschenbildung

Die Gürtelrose kündigt sich meist mit einem brennenden bis schneidenden Schmerz in der betroffenen Körperregion an. Begleitend können auch Fieber oder Juckreiz auftreten. Zeitgleich oder einige Tage später bilden sich rote Flecken, aus denen im weiteren Verlauf mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen entstehen. Ihren Namen bekam die Gürtelrose, weil der Ausschlag in vielen Fällen gürtelförmig am Rumpf verläuft.

Grundsätzlich ist Herpes zoster aber nicht auf den Rumpf beschränkt. Je nachdem, an welcher Nervenwurzel sich die Erreger festgesetzt haben, können genauso gut Arme, Beine, Hals, Schultern und sogar Gesicht, Augen oder Gehörgang betroffen sein. Bei den drei letztgenannten Varianten sollte nach Empfehlung des BDI sofort ein Arzt aufgesucht werden. Der Grund: Entzünden sich Bindehaut oder der Gehörgang, kann es ohne Behandlung zu bleibenden Schäden der Sehkraft und des Hörvermögens kommen.

Bei normalem Verlauf heilt die Gürtelrose nach zwei bis vier Wochen ab. Am besten sollte sie innerhalb von drei Tagen nach Auftreten der Hautveränderungen mit virushemmenden Medikamenten (Virustatika) oder gegebenenfalls Schmerzmitteln behandelt werden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Chancen, dass keine Folgeschäden zurückbleiben, denn Herpes zoster kann in manchen Fällen die Nerven schädigen. Deutlich wird dies jedoch erst, wenn die Betroffenen auch Monate nach dem Abheilen noch Schmerzen spüren. Eine solche Post-Zoster-Neuralgie (PZN) kann besonders bei älteren Patienten auftreten.

Neuer Impfstoff vorhanden

Etwa jeder dritte Mensch entwickelt laut BDI im Laufe seines Lebens eine Gürtelrose. Hauptrisikofaktor ist dabei das Alter. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Personen ab 60 Jahren die Gürtelrose-Schutzimpfung mit einem sogenannten Totimpfstoff als Standardimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren (Indikationsimpfung). Auch hier übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Dieser neue Impfstoff gegen Gürtelrose habe gegenüber der bis 2018 verfügbaren Variante – ein hochdosierter Lebendimpfstoff gegen Windpocken für Kinder – entscheidende Vorteile, erklärt der BDI: „Er ist nicht kontraindiziert bei Immunschwäche und er zeigt bei allen Altersstufen ab 50 Jahren eine sehr gute Schutzwirkung.“ In den Zulassungsstudien gab es kein Signal für schwere Nebenwirkungen, so der BDI weiter.