Schuppen sind nicht immer harmlos

Bei leichten Problemen mit Kopfschuppen kann schon das richtige Shampoo helfen. (Foto: Ariwasabi / Fotolia)
Bei leichten Problemen mit Kopfschuppen kann schon das richtige Shampoo helfen. (Foto: Ariwasabi / Fotolia)

Hauterkrankungen oder Pilzinfektionen können die Ursache für die lästigen Flocken sein

(dbp/auh) Schuppen haben das ganze Jahr über Saison. Allerdings gibt es Unterschiede, je nachdem, ob es sich um trockene oder fettige Schuppen handelt, die sich von der Kopfhaut schälen. Manche Schuppengeplagte spüren eine jahreszeitlich bedingte Veränderung der Beschwerden. Während sich trockene Kopfschuppen im Winter verstärkt bemerkbar machen, sind fettige Schuppen eher in den Sommermonaten ein Problem.

Doch nicht immer ist die Unterscheidung so einfach. Sie sollte aber berücksichtigt werden bei der Wahl der richtigen Haarpflege. Denn die meisten Shampoos, ganz besonders die sogenannten Anti-Schuppen-Produkte, haben eine entfettende Wirkung. Diese Mittel sind bei fettigem Haar geeignet, können aber bei Menschen mit trockener und empfindlicher Kopfhaut das Problem noch verschärfen. Diese sollten eher milde, rückfettende Shampoos benutzen.

Den Hauttyp vom Hautarzt ermitteln lassen

„Für die Betroffenen ist es oft nicht einfach, zwischen trockenen und fettigen Schuppen zu unterscheiden“, weiß der Bremer Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg und empfiehlt, sich beim Hautarzt über die geeignete Pflege für den jeweiligen Hauttyp beraten zu lassen.

In der jüngsten Ausgabe von „hautInform“, herausgegeben vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD), weist Dr. Schwichtenberg darauf hin, dass übermäßige Schuppenbildung nicht immer „nur“ ein kosmetisches Problem darstellen. Zahlreiche andere Hauterkrankungen, die medizinisch behandelt werden müssen, könnten dahinter stecken. Dazu gehören Neurodermitis, Schuppenflechte (Psoriasis), Kontaktallergien oder Pilzinfektionen. Wenn die Schuppenbildung mit Rötungen und Juckreiz eingeht, sollte auf jeden Fall der Hautarzt eingeschaltet werden.

Mögliche Ursache: ein seborrhoisches Ekzem

Menschen mit fettigen Schuppen leiden häufig an einem seborrhoischen Ekzem, erläutert der Dermatologe. Bei dieser Erkrankung kommt es außer an der behaarten Kopfhaut auch an Augenbrauen oder Nasenfalten und manchmal am Brustbein oder am Rücken entlang der Mittellinie zu einer Ablagerung fettiger, gelblicher Schuppen.

In den meisten Fällen spielt vermutlich der Hefepilz „Malassezia furfur“ eine Rolle bei der Entstehung des seborrhoischen Ekzems. Eigentlich ist dieser Pilz, der früher „Pityrosporum ovale“ genannt wurde, ein völlig harmloser Besiedler der menschlichen Haut. Er gehört ganz natürlich zur gesunden Hautflora. Bei Menschen mit einer bestimmten genetischen Veranlagung aber vermehrt sich der Hefepilz übermäßig und führt zu einer ausgeprägten Entzündungsreaktion, die Krankheitszeichen wie Rötung, Schuppung oder Juckreiz hervorrufen kann.

In einigen Fällen könne ein Anti-Schuppen-Shampoo mit einem antimykotischen (pilzhemmenden) Zusatz zur Linderung der Symptome ausreichen, so Dr. Schwichtenberg. Viele Patienten haben bei einem Aufenthalt am Meer deutlich weniger Beschwerden. Vermutlich sorgt die Kombination aus Sonne und salzhaltiger Luft für die heilende Wirkung. Schwere Formen des seborrhoischen Ekzems werden mit anderen, zum Teil cortisonhaltigen Präparaten behandelt.

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