Schön verblendet

Im Dentallabor wird anhand des zugeschickten Abdrucks das passgenaue Veneer gefertigt. (Foto: proDente e.V. / Florian Hofmeister)
Im Dentallabor wird anhand des zugeschickten Abdrucks das passgenaue Veneer gefertigt. (Foto: proDente e.V. / Florian Hofmeister)

Veneers machen kleine Zahndefekte unsichtbar.

(dbp/fru) Bei Verfärbungen der Zähne, Lücken oder abgebrochenen Ecken können in der modernen ästhetischen Zahnheilkunde Verblendschalen aus Keramik eingesetzt werden, um diese Defekte auszugleichen. Diese sogenannten Veneers (englisch für „verhüllen“ oder „verdecken“) sind wie eine unsichtbare und gleichzeitig die Zahnsubstanz schonende „Maske für den Zahn“, erklärt Zahntechnikermeister Thomas Lüttke aus Berlin, Vorstandsmitglied im Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI). „Aufgrund der Lichtdurchlässigkeit der Keramik und der exakten Anpassung an Zahnfarbe und Zahnform sind die Verblendschalen vom natürlichen Zahn nicht zu unterscheiden.“

Auch medizinische Gründe sprechen für Veneers

Keramik-Veneers kommen heutzutage auch bei Karies und Frakturen zum Einsatz oder um das Kauvermögens wiederherzustellen, sagt Privatdozent Dr. Oliver M. Ahlers, Oberarzt am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Uniklinikum Hamburg-Eppendorf. Somit können sie nicht nur einen ästhetischen, sondern auch einen medizinischen Zweck erfüllen. Dr. Ahlers hebt auch hervor, dass der Werkstoff Keramik form- und farbbeständig sei und den Eigenschaften des natürlichen Zahns sehr nahekommt.

Auch die Haltbarkeit sei von relativ langer Dauer: „Vorliegende klinische Langzeituntersuchungen belegen, dass innerhalb von sechs Jahren nur zwei Prozent der Keramik-Veneers verloren gehen. Diese positive Bilanz hat zur Anerkennung des Verfahrens durch die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) geführt“, betont Dr. Ahlers.

Zahnarzt und Dentallabor arbeiten Hand in Hand

Zunächst muss der Zahnarzt den betreffenden Zahn vorbehandeln, indem er ihn etwas abschleift. Anschließend erstellt er einen Abdruck vom Zahn und schickt diesen ins Dentallabor. Der Zahntechniker fertigt dort anhand des Abdrucks das passgenaue Veneer an und gibt es anschließend zum Einsetzen an den Zahnarzt wieder zurück. Das Aufbringen erfolgt anhand eines Klebeverfahrens. „Im Gegensatz zur herkömmlichen „Zementierung“ auf den Zahn, wie zum Beispiel bei einer Krone, hat dies einen ganz klaren Vorteil. Denn es ermöglicht dünne Schichtstärken, was den betroffenen Zahn schont und besonders ästhetisch ist“, erklärt Dr. Ahlers.

Die Behandlung mit Veneers dauert jeweils eine bis mehrere Stunden, je nach Anzahl der aufzubringenden Verblendschalen. Da es eine besonders schonende Methode ist, kommt sie auch für Angstpatienten infrage. Aus medizinischer Sicht gibt es keine Einschränkungen für den Einsatz von Veneers, weil Keramik eine sehr hohe Bioverträglichkeit besitzt. Allergien oder Wechselwirkungen mit anderen Materialien sind bislang auch nicht bekannt. Lediglich bei Milchzähnen eignet sich diese Methode nicht. „Außerdem sollten „Zähneknirscher“ keine einzelnen klassischen Veneers erhalten, sondern ihre Behandlung sollte in ein funktionelles Gesamtkonzept zur Wiederherstellung der „Front-Eckzahn-Führung“ eingebettet werden“, empfiehlt Dr. Ahlers.

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Behandlung mit Veneers nicht, wenn es sich dabei um eine ästhetische Korrektur handelt. Anders kann es im Fall einer medizinischen Indikation aussehen, z. B. wenn im zahnärztlichen Befund die Rekonstruktion der Zähne nach einem Unfall im Vordergrund steht. Hier lohnt es sich, bei seiner Krankenkasse nachzufragen.