Schmerzfreiheit beginnt am Operationstag

Schmerzfreiheit beginnt am Operationstag

Moderne Methoden beim Einsatz von Hüftprothesen machen rasch wieder mobil.

(dbp/auh) Heute ein neues Hüftgelenk und morgen wieder auf den Beinen? Das ist kein unrealistischer Wunschtraum, sondern gehört mittlerweile zum Therapiekonzept vieler auf Gelenkersatz spezialisierter Kliniken. Muskelschonende Operationstechniken, langlebigere Prothesen, bessere Medikamente und moderne Reha-Methoden machen die rasche Mobilität nach dem Einsatz von Kunstgelenken möglich.

Schon am Tag nach der Hüft-OP ist das Bein voll belastbar, erklärt Dr. Thorsten Schache vom Endoprothetik-Zentrum der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main. Die Zeiten, in denen die Patienten nach der Operation sechs Wochen lang auf „Teilbelastung mit maximal 20 Kilo“ achten mussten, sind vorbei, sagt der Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Muskelschonender Eingriff

Fast schon zum Standard gehören verschiedene minimal-invasive Operationsmethoden, die alle eins gemein haben: Um die Prothese zu platzieren, wird die Muskulatur nicht durchtrennt, sondern mit stumpfen Haken sanft auseinandergeschoben. Dass der Hautschnitt dafür kleiner ausfällt, hat kosmetische Vorteile; der entscheidende positive Effekt aber ist, dass Muskeln und Sehnen intakt bleiben. Schon allein dadurch beschleunigt sich der Heilungsprozess.

Moderne Materialien

Die Werkstoffe, aus denen moderne Hüftprothesen gefertigt werden, sind langlebiger und zugleich verträglicher geworden. Die meisten Prothesenschäfte sind aus Titan und wachsen sehr gut in den Knochen ein. Auch für Pfanneneinsatz (Inlay) und Gelenkkopf, die sogenannte Gleitpaarung, wurden hochwertige und allergiefreie Materialien entwickelt, die buchstäblich reibungslos miteinander funktionieren, zum Beispiel Keramik und Polyethylen.

Weniger Blutverlust

Während man früher vor einer Hüft-OP vorsorglich Eigenblutspenden des Patienten bereitstellte – und diese auch meist für eine Transfusion benötigte – ist der Blutverlust heute in der Regel sehr gering. Und das nicht nur, weil der minimal-invasive Eingriff selbst weniger blutig ist. „Wir geben spezielle blutstillende Medikamente“, sagt Dr. Schache.

Keine Schläuche

Die Patienten am Endoprothetik-Zentrum erholen sich auch deshalb so schnell, weil nach der OP keine Schläuche gezogen werden müssen. „Es ist keine Drainage mehr nötig“, erklärt Dr. Schache. In vielen Fällen könne sogar auf eine Vollnarkose zugunsten einer lokalen Infiltrationsanästhesie verzichtet werden.

Keine Schmerzen

Für Menschen, die wegen einer Coxarthrose das neue Hüftgelenk brauchten (und das ist die Mehrheit der Hüft-Endoprothesen-Patienten), fühlt sich die erste Zeit nach der Operation sicher wunderlich an, meint Dr. Schache. Denn sie können sich – zum Teil nach vielen Jahren – zum ersten Mal schmerzfrei bewegen. Nicht nur der Arthroseschmerz ist weg, auch der Wundschmerz, der nach jeder OP auftritt, wird von einem Schmerzkatheter im Zaum gehalten.

Keine OP ohne Risiko

Trotz allem, darauf legt der Arzt großen Wert, ist eine Hüft-OP wie jeder chirurgische Eingriff nicht ohne Risiko. Es kann zum Beispiel zu Infektionen kommen, die eine erneute Operation notwendig machen. „Der Einsatz einer Endoprothese ist immer eine Einbahnstraße – es gibt kein Zurück“, betont Dr. Schache.

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