Schlechte Zahnpflege erhöht Krebsrisiko

Gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche senken offenbar das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen. (Foto: Bilderbox)
Gute Mundhygiene und regelmäßige Zahnarztbesuche senken offenbar das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Wer die jährlichen Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt regelmäßig wahrnimmt, senkt offenbar sein Erkrankungsrisiko für Krebs der oberen Luft- und Speisewege.

10.000 Menschen starben im Jahr 2010 in Deutschland an Mundhöhlen-, Rachen- oder Speiseröhrenkrebs, mehr als 76 Prozent davon waren Männer. Als gesicherte Risikofaktoren galten bislang Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum, besonders, wenn beide „Laster“ zusammenkommen. Die exzessive Zufuhr dieser beiden Gifte wird von wesentlich mehr Männern als Frauen ausgeübt, so erklärte man sich auch den drastischen Geschlechterunterschied bei Vorkommen und Mortalität dieser Krebsarten.

Nun hat eine internationale Studie neue Risikofaktoren ermittelt, die ebenfalls auf Männer und Frauen in unterschiedlichem Maß zutreffen: Schlechte Mundgesundheit (häufiges Zahnfleischbluten, Tragen von Zahnersatz) und seltene Zahnarztbesuche sowie mangelhafte Zahnpflege spielen eine Rolle bei der Krebsentstehung.

„Diese Ergebnisse sind sehr wichtig. Bisher war nicht klar, ob diese zahnmedizinischen Risikofaktoren unabhängig von den bereits bekannten Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol und niedrigem sozioökonomischen Status wirken”, erläutert Wolfgang Ahrens, Professor für epidemiologische Methoden. An der europaweiten Verbundstudie, die von der WHO koordiniert wurde, hat auch das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) an der Universität Bremen mitgearbeitet, dessen stellvertretender Leiter Professor Ahrens ist.

Eine repräsentative Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2011 hatte ermittelt, dass mehr als 70 Prozent der Frauen regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle zu gehen, aber nur 55 Prozent aller Männer.