Schlaganfall-Patienten werden oft depressiv

Nach einem Schlaganfall steigt das Risiko, an einer Depression zu erkranken. (Foto: dundanim / Fotolia)
Nach einem Schlaganfall steigt das Risiko, an einer Depression zu erkranken. (Foto: dundanim / Fotolia)

(dbp/spo) Jeder dritte Schlaganfall-Patient entwickelt nach der Erkrankung depressive Symptome.

Das sagt der Vorsitzende der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG), Professor Dr. Matthias Endres. Die DSG rät deshalb, alle Schlaganfall-Patienten frühzeitig auf entsprechende Anzeichen zu untersuchen.

Je früher die Behandlung beginnt, desto besser. Werden schon bei ersten Symptomen Medikamente gegeben, könne der Verlauf abgeschwächt und die Depression teils sogar verhindert werden, hieß es. Die Ergebnisse von Experimenten mit Tieren deuten zudem darauf hin, dass Antidepressiva wie Serotonin-Wiederaufnahmehemmer bei Schlaganfall-Patienten die Hirnzellenfunktion stabilisieren und das Gehirn teilweise zur Neubildung von Hirnzellen anregen.

Psychische und biologische Gründe

Depressionen nach einem Schlaganfall (Post-Stroke-Depression) haben einerseits psychische Gründe – schließlich sind viele Patienten von heute auf morgen halbseitig gelähmt, können nur noch eingeschränkt sehen oder verlieren einen Teil ihrer Sprachfähigkeit. Sie können andererseits aber auch die Folge biologischer Mechanismen sein, die der Schlaganfall im Gehirn auslöst, so Professor Endres. Das würde erklären, warum Schlaganfall-Patienten häufiger an einer Depression erkranken als zum Beispiel Patienten mit orthopädischen Krankheiten, die zu vergleichbaren Behinderungen führen.

Besonders häufig seien Frauen von der Post-Stroke-Depression betroffen, außerdem ältere Menschen und jene, die keine soziale Unterstützung haben.