Schlafapnoe gefährdet Herz und Kreislauf

Tagesmüdigkeit kann auf eine Schlafstörung hinweisen. (Foto: Janina Dierks / Fotolia)
Tagesmüdigkeit kann auf eine Schlafstörung hinweisen. (Foto: Janina Dierks / Fotolia)

(dbp/auh) Schlafstörungen führen nicht nur zu Tagesmüdigkeit und Reizbarkeit, sie bedrohen auch die Gesundheit von Herz, Kreislauf und Gefäßen.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) macht in diesem Zusammenhang besonders auf die obstruktive Schlafapnoe aufmerksam. Etwa drei bis 14 Prozent aller Männer und zwei bis sieben Prozent der Frauen in Deutschland leiden darunter.

Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es im Schlaf immer wieder zum teilweisen oder kompletten Verschluss der oberen Atemwege, der jeweils mit einem Abfall des Sauerstoffgehaltes im Blut einhergeht und von einer sogenannten Weckreaktion beendet wird. Der Patient selbst bemerkt gar nicht, dass er immer wieder aufwacht. Dafür aber sein Bettnachbar, denn das Wiedereinsetzen der Atmung ist meist mit einem lauten Schnarchgeräusch verbunden. Die ständig auftretenden Weckreaktionen und vor allem die wiederholten Sauerstoffabfälle bergen ernsthafte Gesundheitsrisiken.

„Tierexperimentelle Untersuchungen sprechen dafür, dass die ständigen Sauerstoffabfälle in der Nacht Entzündungsprozesse im Bereich der Blutgefäßwände induzieren, die schließlich in eine Arteriosklerose münden können“, erklärt Dr. Wolfgang Galetke, Internist aus Köln und Leiter des diesjährigen DGSM-Kongresses. Untersuchungen haben ergeben, dass die Schlafapnoe ein eigenständiger Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck, Herzkranzgefäßverkalkung oder Schlaganfall ist. Die Schlafmediziner fordern daher, dass Patienten mit diesen Krankheiten gezielt auf das Vorliegen einer obstruktiven Schlafapnoe untersucht werden.