Schizophrenie wird oft erst spät bemerkt

Die Symtome einer Schizophrenie können anfangs denen einer Depression ähneln. (Foto: Bilderbox)
Die Symtome einer Schizophrenie können anfangs denen einer Depression ähneln. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Bei Verdacht auf eine Schizophrenie sollte frühzeitig ein Facharzt aufgesucht werden.

Dazu rät die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN).

Eine Schizophrenie ist eine psychische Erkrankung, bei der Veränderungen der Gedanken, des Verhaltens, des Antriebs, der Psychomotorik und der Wahrnehmung der Betroffenen auftreten. Erkrankte haben Wahnvorstellungen und leiden unter Störungen des Antriebs. Konzentration, Gedächtnis und Aufmerksamkeit sind ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen.

Oft fällt der Erkrankungsbeginn mit all seinen Symptomen in eine Phase, in der entscheidende Weichen für die berufliche und private Zukunft gestellt werden. Frühzeitig erkannt, könne der Verlauf abgeschwächt werden, erklärt die DGPPN im Portal www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org.

Die Diagnose treffe Betroffene oft wie aus heiterem Himmel. Oft werde erst gehandelt, wenn akute psychotische Symptome wie Wahnvorstellungen oder Halluzinationen auftreten. Dann erst bemerken viele Patienten, dass sich ihr Verhalten schon seit Jahren verändert habe.

Laut DGPPN ist es nicht leicht, eine Schizophrenie zu erkennen. Das Erscheinungsbild der Krankheit sei vielfältig, die Symptome können sich schleichend und über einen langen Zeitraum entwickeln. „In der Vorphase bestehen in vielen Fällen eine besondere emotionale Empfindlichkeit, erhöhte Anspannung und es können sich Stimmungsschwankungen und verflachte Gefühle einstellen“, sagt Professor Peter Falkai, Vorstandsmitglied der DGPPN. Die Symptome seien ähnlich denen eine Depression und könnten sich über Jahre hinziehen.

Im zweiten Schritt nehme der Betroffene die Wirklichkeit verändert und Geräusche und Farben intensiver wahr. Außerdem beginne er, Handlungen, Gesten und Aussagen anderer auf sich zu beziehen. All diese Symptome würden von Familie und Freunden nicht unbedingt bemerkt, anders als bei den kognitiven Störungen, die im Vorfeld einer akuten Schizophrenie auftreten können. „Sie können sich darin äußern, dass belanglose Gedanken die Konzentration behindern oder Gedankengänge nicht mehr strukturiert geordnet und zu Ende geführt werden können“, sagt Professor Falkai.