Schaltzentrale im Hals

Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse zeigt bei einer Überfunktion die Größe, Form und Lage des Kropfes an. (Foto: Olesia Bilkei / Fotolia)
Die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse zeigt bei einer Überfunktion die Größe, Form und Lage des Kropfes an. (Foto: Olesia Bilkei / Fotolia)

Die Schilddrüse steuert wichtige Stoffwechselfunktionen

(dbp/abz) Erkrankungen der Schilddrüse gehören zu den häufigsten Erkrankungen überhaupt. An eine Schilddrüsenerkrankung als mögliche Ursache sollte gedacht werden, wenn Unruhe, Herzrasen oder Gewichtsabnahme auftreten, was auf eine Überfunktion hindeutet oder aber bei Müdigkeit, depressiven Verstimmungen und Gewichtszunahme, was durch eine Unterfunktion ausgelöst sein kann. Ob Überschuss oder Mangel – wenn die Hormonproduktion in der Schilddrüse aus dem Gleichgewicht fällt, hat das ernste Auswirkungen auf den Stoffwechsel. Sehr oft zeigt sich die krankhafte Entwicklung bei Vergrößerung der Schilddrüse durch einen Kropf – „Struma“ genannt.

Schaltzentrale des Stoffwechsels

Die Schilddrüse ist eines der wichtigsten hormonproduzierenden Organe. Sie sitzt im vorderen Hals in Höhe des Kehlkopfes und besteht aus zwei Drüsenlappen, die links und rechts neben der Luftröhre liegen. Etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung lebt mit einer vergrößerten Schilddrüse. Eine solche Vergrößerung muss nicht gleich auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen, ist aber Anlass, die Drüsenfunktion ärztlich untersuchen zu lassen. Bei ca. 15 Prozent der Deutschen arbeitet die Drüse nicht so wie sie soll und fast immer ist die Vergrößerung die Folge eines Jodmangels.

Denn die Hauptaufgabe der Schilddrüse ist die Produktion der Hormone Tetrajodthyronin (Thyroxin, T4) und Trijodthyronin (T3) und dafür benötigt die Schilddrüse Jod. So beeinflusst die Schilddrüse über den Blutkreislauf den Eiweiß-, Fett- und Kohlehydratstoffwechsel, aber auch das Kreislaufsystem, das zentrale Nervensystem und die Muskulatur. Die Schilddrüsenhormone fördern so unter anderem den Sauerstoffverbrauch, die Wärmeproduktion, Herzschlag, Blutdruck und die Muskelfunktion.

Kontrolle mit dem Spiegeltest

Der Berufsverband Deutscher Internisten empfiehlt, die Form der Schilddrüse regelmäßig selbst zu kontrollieren. Möglich ist das mit einem einfachen „Spiegeltest“. Als Hilfsmittel werden ein Handspiegel und ein Glas Wasser benötigt, der Test verläuft dann in drei Schritten:

  1. Legen Sie den Kopf in den Nacken und halten Sie den Spiegel so, dass Sie die Stelle zwischen Kehlkopf und Schlüsselbein gut sehen.
  2. Trinken Sie einen Schluck Wasser.
  3. Beobachten Sie die Stelle unterhalb des Kehlkopfs: Treten beim Schlucken sichtbare Schwellungen hervor? Dann sollten Sie Ihre Schilddrüsenfunktion testen lassen.

Tastuntersuchung und Ultraschall

Der Endokrinologe – ein auf Hormonerkrankungen spezialisierter Arzt – kann eine Vergrößerung, wenn sie nicht offensichtlich ist, auch ertasten. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, werden zudem die Hormonwerte im Blut des Patienten untersucht. Zu wenige T3- und T4-Hormone deuten im Zusammenhang mit einem Überschuss an Thyreotropin (auch Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) genannt) auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin. Der umgekehrte Fall kann auf eine Überfunktion hinweisen. Ein Ultraschallbild (Sonografie) zeigt in einem solchen Fall die Größe, Form und Lage des Kropfes an – über die Drüsenfunktion sagt dies hingegen nichts aus.

Je nachdem welche Schilddrüsenerkrankung festgestellt wurde, gibt es unterschiedliche medikamentöse Therapien. In vielen Fällen muss der Patient bei einer Drüsenvergrößerung operiert werden und später lebenslang Medikamente nehmen, um die Hormonproduktion zu regulieren.