Sauerstoff-Patienten mit Bart leben brandgefährlich

Bei einer Sauerstoff-Langzeittherapie ist der Brandschutz ein wichtiges Thema. (Foto: Bilderbox)
Bei einer Sauerstoff-Langzeittherapie ist der Brandschutz ein wichtiges Thema. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Männer, die eine Langzeit-Therapie mit Sauerstoff brauchen, sollten sich im Gesicht rasieren, um die Feuergefahr zu minimieren.

Und natürlich nicht rauchen. Darauf weisen die Lungenärzte des Bundesverbandes der Pneumologen (BdP) hin. Sauerstoff ist sehr leicht entzündlich und immer wieder kommt es zu schweren Brandunfällen.

Die Lungenärzte berufen sich auf eine US-Studie, bei der Wissenschaftler Experimente mit einer bärtigen und einer bartlosen Puppe durchgeführt haben. Diese haben – genau wie ein richtiger Patient – zwei Liter Sauerstoff pro Minute über zwei Nasenschläuche bekommen. Dann wurden die Puppen Funken ausgesetzt. Das Ergebnis: Bei der bartlosen Puppe geschah nichts. Bei der Puppe mit Bart entzündeten sich die Sauerstoffschläuche und der Bart fing Feuer. Zusätzlich zu den Experimenten werteten die Ärzte die Verbrennungsunfälle bei Langzeitsauerstoffpatienten in den Jahren zwischen 1994 und 2013 aus. Resultat: Acht von neun Männern trugen bei ihrem Brandunfall Bart.

Mehr als 160.000 Männer und Frauen machen deutschlandweit eine Therapie mit Sauerstoff, weil sie unter chronischen Atemwegserkrankungen leiden. Während Haare in normaler Raumluft nur mäßig entflammbar sind, steigt das Brandrisiko laut dem BdP in einer mit Sauerstoff angereicherten Umgebung stark an. Dann wirke Gesichtsbehaarung wie ein Anmachholz. Schon ein kleines Fünkchen reiche aus, um einen Brand zu entfachen. Die Ärzte raten deshalb, befeuchteten Sauerstoff zu verwenden und keine Pflegeprodukte zu nutzen, die Alkohol oder Öl enthalten.