Sanfte Bewegungsformen

Qigong kann bis ins hohe Alter praktiziert werden. Es hält die Gelenke beweglich sowie die Muskeln geschmeidig und sorgt für einen guten Stoffwechsel. (Foto: Fotolia / wong yu liang)
Qigong kann bis ins hohe Alter praktiziert werden. Es hält die Gelenke beweglich sowie die Muskeln geschmeidig und sorgt für einen guten Stoffwechsel. (Foto: Fotolia / wong yu liang)

Qigong-Übungen sind für jedermann geeignet.

(dbp/fru) Die Chinesische Medizin zählt zu den bedeutendsten Kulturgütern Chinas. Sie hat eine jahrtausendealte Tradition und beruht auf einer funktionellen Sichtweise sowie Behandlung des Menschen. Dabei werden einzelne Symptome nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenhang mit dem gesamten Organismus und der Umwelt des Patienten gesehen. Es handelt sich also um einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. In der westlichen Welt ist vor allem die Akupunktur zur Beeinflussung der Körperfunktionen bekannt. Zu den weiteren gängigen Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin gehören zudem die Arzneimitteltherapie, die Ernährungslehre, die chinesische Massage (Tuina) und Qigong.

Kultivierung von Körper und Geist

In China bezeichnet man Qigong als „Übungen zur Kultivierung von Körper und Geist“, sagt Katrin Blumenberg auf den Internetseiten des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan (DDQT). Auf körperlicher Ebene sei es ein großer Vorteil, dass die Übungen einfach zu erlernen sind, auch für Menschen, die sich für unsportlich halten oder in der Bewegung eingeschränkt sind. Die Übungen kann man nämlich im Stehen, Sitzen oder auch im Liegen durchführen. Das Übungskonzept könne auch angepasst werden, um mögliche körperliche Beschwerden zu therapieren. Es eignet sich jedoch auch zur Prävention, denn Qigong könne auf ganz sanfte nachhaltige Weise den Bewegungsapparat und das Herz- Kreislaufsystem stärken.

Vordergründig geht es immer um den Ausgleich, die Balance, die sich in der chinesischen Philosophie durch Yin und Yang spiegelt. „Man erlernt, sich in der Bewegung zu öffnen, aber auch fürsorglich zurückzuziehen, sich aufzurichten, aber auch Altes loszulassen, Neues zu wagen, aber auch mal mit dem Vorhandenen zufrieden zu sein“, erklärt Qigong-Ausbilderin Blumenberg. Dazu sei es nicht notwendig, eine Vielzahl von komplizierten Bewegungen zu erlernen. In einfachen sanften Bewegungen, könne man die Erfahrung machen, sich wieder im eigenen Körper wohl zu fühlen und Selbstvertrauen zu entwickeln.

Qigong für Kinder und Senioren

Qigong kann in jedem Alter praktiziert werden und findet daher auch immer mehr Präsenz in Schulen, Kindergarten und Sportvereinen. Darauf weist die Deutsche Qigong Gesellschaft auf ihren Internetseiten hin. Denn Kinder verknüpfen im Qigong die leichten Körperbewegungen mit Geschichten und einzelnen Vorstellungen. Das rege die Fantasie der Kinder schnell an und sie gewinnen Lust, die Bilder körperlich auszudrücken und spielerisch weiterzuentwickeln. Das verhilft Kindern zu mehr Ausgeglichenheit, Ruhe und Konzentration. Aber auch die Wahrnehmungsfähigkeit werde gefördert.

Qigong kann aber auch bis ins hohe Alter praktiziert werden. „Sanfte Bewegungen sind die besten Voraussetzungen für bewegliche Gelenke, geschmeidige Muskeln und Bänder, für die Funktionserhaltung der Organe und einen guten Stoffwechsel“, erklärt die Deutsche Qigong Gesellschaft die Wirkung auf ältere Menschen. In speziellen Senioren-Kursen werden die Übungen auf die körperliche Verfassung und den jeweiligen Leistungsstand der Teilnehmer abgestimmt. Bei Qigong-Stunden in Pflegeheimen sitzen die Übenden z. B. auf Stühlen oder in ihrem Rollstuhl.

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