Sanfte Behandlung gegen Kopfschmerzen

Akupunktur kann in beschwerdefreien Zeiten zur Vorbeugung weiterer Migräne-Attacken eingesetzt werden. (Foto: Fotolia / Andrej Popov)
Akupunktur kann in beschwerdefreien Zeiten zur Vorbeugung weiterer Migräne-Attacken eingesetzt werden. (Foto: Fotolia / Andrej Popov)

Alternative Methoden können ebenfalls helfen

Es gibt bis zu 200 bekannte Kopfschmerzarten. Je nach Art können Ärzte die passenden Medikamente verschreiben. Denn frei verkäufliche Schmerzmittel sind z. B. gegen starke Migräneanfälle meist wirkungslos. Gleiches gilt für den relativ selten auftauchenden Cluster-Kopfschmerz, der mit dem Inhalieren von reinem Sauerstoff therapiert wird. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten bei starken Beschwerden einen Spezialisten aufsuchen. Für die Behandlung von Kopfschmerzen stehen jedoch nicht nur Medikamente zur Verfügung; es gibt eine Reihe alternativer Heilmethoden, die in der Kopfschmerztherapie (zumindest vorbeugend) eingesetzt werden können.

 

Akupunktur vergleichbar mit vorbeugender Medikamententherapie

Die Akupunktur ist allgemein zur Behandlung von Schmerzen inzwischen eine etablierte Methode. Auch für Kopfschmerzpatienten können ihre Grundprinzipien nützlich sein. Die klassische Akupunktur kann z. B. die Häufigkeit von Migräne-Attacken und auch ihre Intensität senken, teilt die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) mit. Sie könne in den beschwerdefreien Intervallen zur Vorbeugung eingesetzt werden. Ihre Wirkung sei dann durchaus mit der von vorbeugend eingenommenen Medikamenten zu vergleichen.

Um einen Effekt zu erzielen, sollten Patienten dafür rund 15 Akupunktursitzungen à 20 bis 30 Minuten einplanen, die etwa zweimal pro Woche stattfinden. Einige Monate nach der Behandlung ist laut DGN eine Auffrischung mit weniger Sitzungen sinnvoll. Bei Cluster-Kopfschmerzen sollte die Akupunktur grundsätzlich nicht eingesetzt werden, denn hier könne sie sogar neue Schmerzattacken auslösen, so die DGN. Das bedeutet: Zuvor muss unbedingt diagnostiziert werden, welche Kopfschmerzform vorliegt. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten für Akupunktursitzungen in der Regel nicht übernommen.

Akupressur bedient sich derselben Punkte wie die Akupunktur

Die heilsamen Nadeln aus der traditionellen chinesischen Medizin bringen bei der zweithäufigsten Kopfschmerzart, dem Spannungskopfschmerz, ähnliche Effekte wie bei der Migräne. Bei akuten Spannungskopfschmerzen kann zudem Akupressur für Linderung sorgen. „Die Heilmethode der Akupressur wird seit über 6000 Jahren in China angewendet“, teilt die Stiftung Kopfschmerz auf Ihren Internetseiten mit. Sie bedient sich derselben Punkte wie die Akupunktur, verwendet allerdings keine Nadeln, sondern die Fingerspitzen.

Die Akupressur-Punkte bei Kopfschmerzen liegen zum einen in der kleinen Vertiefung an den Schläfen, etwa zwei Zentimeter neben den Augen, zum anderen auf der Stirn (jeweils über den Augen) sowie im Nacken – und zwar unter dem Haaransatz in den Vertiefungen links und rechts neben der Halswirbelsäule. Die Methode eignet sich nach Anleitung auch zur Selbstbehandlung. Die Akupressur-Punkte sollten immer beidseitig mit je einer Fingerkuppe sanft gepresst oder mit kleinen Kreisbewegungen massiert werden. Fester Druck beruhigt die entsprechende Körperregion, sanfter Druck wirkt eher anregend.

Zudem können laut Stiftung Kopfschmerz auch weitere alternative Methoden innerhalb der Kopfschmerztherapie zum Einsatz kommen, wie z. B. Biofeedback, Autogenes Training, Homöopathie, Hypnotherapie, Phytotherapie oder die Bach-Blütentherapie.