Rund um die Uhr zu Hause gut gepflegt

Zu Hause leben trotz Pflegebedürftigkeit: ambulante Dienste machen’s möglich. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)
Zu Hause leben trotz Pflegebedürftigkeit: ambulante Dienste machen’s möglich. (Foto: Peter Maszlen / Fotolia)

Auch im häuslichen Umfeld ist eine 24-Stunden-Pflege möglich

(dbp/nas) Rund 70 Prozent der etwa 2,5 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland werden zu Hause betreut; davon wiederum fast 70 Prozent ausschließlich von ihren Angehörigen – ganz ohne „fremde“ Hilfe. Wenn sich der Pflegebedarf ausweitet, wenn zum Beispiel auch nachts eine Betreuung notwendig ist, wird oft der Umzug in eine stationäre Einrichtung erwogen. Doch es gibt auch ambulante Pflegedienste, die eine 24-Stunden-Pflege bieten.

„Klären Sie in jedem Fall zunächst ab, welcher Bedarf tatsächlich besteht“, rät Bernd Tews, Geschäftsführer des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa). Wer darüber nachdenkt, eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung zu Hause zu organisieren, sollte objektiv zu klären versuchen, wofür und wie viel Hilfe wirklich nötig ist.

Kostenlose Pflegeberatung

Wo geht es um einen konkreten Bedarf und wo spielt vielleicht eher der Wunsch nach Sicherheit eine Rolle? Genügt eventuell auch zusätzlich zur Pflege durch Angehörige oder durch einen ambulanten Dienst ein Hausnotrufsystem, das ständige Erreichbarkeit garantiert, bei dem aber niemand ständig vor Ort sein muss? Diese und andere Fragen rund um das Thema Pflege können mit einem Pflegeberater erörtert werden. Jedem Versicherten, der Leistungen aus der Pflegeversicherung bezieht, steht eine kostenlose Beratung zu.

Oftmals ist ein Mix aus familiärer und professioneller und dazu beispielsweise ehrenamtlicher Unterstützung eine praktikable Lösung, so Bernd Tews. Wer tatsächlich eine 24-Stunden-Pflege benötigt und diese im häuslichen Umfeld realisieren möchte, der kann das über einen ambulanten Pflegedienst tun. Das hat aber natürlich auch seinen Preis. Die Kosten werden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf 3.000 bis 5.000 Euro pro Monat beziffert. Pflegerische wie auch medizinische Leistungen oder Hilfsmittel können verordnet werden. Trotzdem bringt diese Lösung meist einen erheblichen finanziellen Aufwand mit sich.

Den Anbieter unter die Lupe nehmen

Der Vorteil einer häuslichen Pflege gegenüber einer Heimunterbringung ist klar: Der Patient bleibt in seinem gewohnten Umfeld und es findet eine Eins-zu-Eins-Betreuung statt. Allerdings sollte man Angebote vergleichen und den Anbieter genau unter die Lupe nehmen, den man in Betracht zieht, raten Experten – nicht nur, aber vor allem, wenn es um eine 24-Stunden-Pflege geht. Ein Vertrag regelt, was in welcher Form geleistet wird.

Man können zum einen als direkter Arbeitgeber eine osteuropäische Hilfskraft anstellen. Dabei müssen alle Bestimmungen von Arbeitszeitgesetz bis Sozialversicherungsschutz Beachtung finden. Für eine Vermittlung ist die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Bundesagentur für Arbeit die richtige Adresse.

Es gibt aber auch andere legale Möglichkeiten der Beschäftigung, zum Beispiel gemäß des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG). Wichtig zu wissen: Haushaltshilfen dürfen seit 2009 zwar auch sogenannte „pflegerische Alltagshilfen“ erbringen – also einen Patienten beim An- und Ausziehen, beim Gang zur Toilette oder bei der Körperpflege unterstützen. Pflegerische Maßnahmen allerdings sind Fachkräften mit entsprechender Ausbildung vorbehalten.