Rückentag soll zu Aktivität motivieren

Entspannungstechniken und viel Bewegung können bei Rückenleiden helfen. (Foto: paul prescott / Fotolia)
Entspannungstechniken und viel Bewegung können bei Rückenleiden helfen. (Foto: paul prescott / Fotolia)

Mehr Bewegung und Strategien zur Stressbewältigung tun dem Rücken gut

(dbp/auh) „Tu’s für Dich – täglich 15 Minuten Rückenfitness!“ lautet in diesem Jahr das Motto für den Tag der Rückengesundheit, der vom Bundesverband der deutschen Rückenschulen (BdR) und der Aktion Gesunder Rücken (AGR) organisiert und koordiniert wird.

Am 15. März 2014 findet der Aktionstag zum 13. Mal statt. Bereits der erste „Tag der Rückengesundheit“, der im Jahr 2002 vom Deutschen Grünen Kreuz ins Leben gerufen wurde, trug ein Motto, das zu mehr körperlicher Aktivität aufrief: „Tu was gegen Rückenschmerzen“. Bewegung ist also schon lange als der Schlüssel für Prävention und Therapie des Rückenleidens erkannt worden. Die Zeiten, in denen Schonung und Ruhigstellung empfohlen wurden, sind längst vergangen.

Ingo Froböse ist Schirmherr des Rückentags

So hat passenderweise ein Sportwissenschaftler die Schirmherrschaft über den diesjährigen Rückentag übernommen: Professor Ingo Froböse, Leiter des „Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung“ an der Deutschen Sporthochschule Köln gilt als Rückenexperte und Bewegungspapst gleichermaßen. Zu den Gründen für Rückenleiden sagt er: „Die Ursachen sind bei fast allen Betroffenen gleich: zu wenig Bewegung, untrainierte Muskeln, Stress und andere psychische Belastungen.“

Das heißt auch: Bei der Mehrheit der Rückenschmerzpatienten können weder Orthopäden noch Radiologen eine Ursache finden. Nur etwa 15 Prozent leiden unter spezifischen Rückenschmerzen, bei 85 Prozent sind sie unspezifisch.

Deformationen müssen nicht wehtun

Die Deutsche Krankenversicherung DKV weist darauf hin, dass sich bei den meisten Rückenpatienten bei der bildgebenden Diagnostik tatsächlich Veränderungen an der Wirbelsäule finden, etwa knöcherne Ausziehungen (Osteophyten) oder Bandscheibenvorwölbungen (Diskusprotrusion). „Ob diese aber wirklich für die Schmerzen verantwortlich sind, ist fraglich. Denn solche Veränderungen sind auch unter völlig schmerzfreien Menschen verbreitet“, teilt die DKV mit.

Auch Stress kann chronische Schmerzen verursachen

Neben mangelnder Bewegung oder einseitiger körperlicher Belastung ist in jüngster Zeit der Anteil der Psyche an der Entstehung von Rückenschmerzen in den Fokus gerückt. Inzwischen gehen Experten davon aus, dass es häufig einen körperlichen Auslöser für den Schmerz gibt und dieser dann durch psychische Faktoren verstärkt wird.

Die Psyche scheint vor allem darauf einen Einfluss zu haben, ob der Rückenschmerz von alleine verschwindet oder chronisch wird. Menschen, die unter Depressionen leiden, haben beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Rückenschmerzen. Ebenso nachgewiesen ist, dass psychische Belastungen (Stress, Trauer) die Wahrscheinlichkeit für Kreuzschmerzen erhöhen.

Laut Professor Froböse leidet mindestens jeder dritte Rückenschmerzpatient unter Stress, Ängsten oder depressiven Verstimmungen. Eigentlich logisch, denn der Rücken ist eine wichtige Kommunikationsplattform: In der Wirbelsäule, beziehungsweise im Rückenmark, laufen alle Informationen aus dem Körper zusammen und werden gut dosiert zum Gehirn geleitet. Umgekehrt landen alle schlechten Gedanken und unverarbeiteten Gefühle irgendwann im Rücken, sagt Froböse.