Risiken meiden, Früherkennung nutzen

Wenn sich ein Muttermal auffällig verändert, sollte man es vom Dermatologen kontrollieren lassen. (Foto: Visionsi / Fotolia)
Wenn sich ein Muttermal auffällig verändert, sollte man es vom Dermatologen kontrollieren lassen. (Foto: Visionsi / Fotolia)

Der „schwarze Hautkrebs“ tritt häufig an versteckten Körperstellen auf

(dbp/nas) Je früher Hautkrebs erkannt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb ist die Früherkennung wichtig. Hautkrebs und seine Vorstufen sind sicht- und tastbar, also für den Mediziner problemlos zu diagnostizieren, erklärt Hautarzt Dr. Martin Miehe vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

Man könne auch selbst etwas zur Vorbeugung tun, indem man die Risikofaktoren meidet, also vor allem: die Sonne. Prävention sollte schon bei den Allerkleinsten beginnen, betont Dr. Miehe. Dünne Kinderhaut ist besonders empfindlich und muss bestmöglich vor Sonnenlicht geschützt werden. „Jeder Sonnenbrand, den man als Kind erleidet, stellt gewissermaßen eine Körperverletzung dar“, so Miehe. Denn jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, später einmal an Hautkrebs, vor allem dem malignen Melanom, zu erkranken.

Risikofaktor Sonnenbrände in der Kindheit

Während für die Entstehung des „weißen“ Hautkrebses (Basalzell- und Plattenepithelkarzinome) die lebenslange Menge an UV-Licht (kumulative Lichtdosis) ausschlaggebend ist, sind die Risikofaktoren für den „schwarzen“ Hautkrebs vielschichtiger. Häufige Sonnenbrände gehören dazu, aber auch eine bestimmte genetische Disposition und Umweltbelastungen können das Krebsrisiko erhöhen.

Ein malignes Melanom bildet sich auch nicht unbedingt an den Sonnenterrassen des Körpers. Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe treten maligne Melanome zu 80 Prozent an normalerweise bekleideten Körperstellen auf, sie können auch am behaarten Kopf, unter Finger- und Fußnägeln oder an den Fußsohlen entstehen. Besonders häufig erkranken Menschen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren am malignen Melanom. Doch auch jüngere Patienten sind heute keine Seltenheit mehr, so die Krebshilfe.

Selbstkontrolle nach der ABCDE-Regel

Beim malignen Melanom ist von vornherein eine aggressive Therapie angezeigt, erläutert Dr. Miehe. Der Tumor muss ebenso wie der Wächterlymphknoten operativ entfernt werden. Je nachdem, wie weit der Krebs fortgeschritten ist und ob er schon Metastasen gebildet hat, kommen auch Chemotherapie oder Bestrahlung zum Einsatz. Für die Zukunft setzt man laut Dr. Miehe große Hoffnung in die Antikörpertherapie, mit deren Hilfe Tumorzellen gezielt vernichtet werden können. „Hier sind in den nächsten Jahren viele Fortschritte zu erwarten“, so der Dermatologe.

Was jeder schon heute tun kann, ist seine Haut selbst aufmerksam zu beobachten. 30 Prozent der malignen Melanome entwickeln sich aus Pigmentflecken. Die ABCDE-Regel soll bei der Selbstkontrolle helfen. Verdächtig sind: Asymmetrie (ungleichmäßige Form), Begrenzung (keine deutliche zur umgebenden Haut), Colour (ungleichmäßige Farbe), Durchmesser (größer als fünf Millimeter) und die Erhabenheit (Vorwölbung).

Ab dem 35. Lebensjahr hat jeder Krankenversicherte außerdem Anspruch auf eine Früherkennungsuntersuchung alle zwei Jahre. Risikopatienten sollten aber häufiger zum Check-Up, rät Dr. Miehe. Und sobald man etwas Ungewöhnliches bemerkt (zum Beispiel Juckreiz, oder wenn Blut austritt), sollte man die entsprechende Stelle umgehend kontrollieren lassen.