Rheuma schwächt die Knochen

Wie Rheumapatienten ihr Osteoporoserisiko senken können. (Grafik: dbp)
Wie Rheumapatienten ihr Osteoporoserisiko senken können. (Grafik: dbp)

Ständige Gelenkentzündungen erhöhen das Osteoporoserisiko.

(dbp/spo) Wenig Bewegung, ständig wiederkehrende Entzündungen und Kortisonpräparate – diese Kombination geht Rheumapatienten langfristig ganz schön auf die Knochen. Um das Osteoporoserisiko im Blick zu haben, sollten Betroffene ihre Knochendichte messen lassen.

Knochen sind keine starren Gebilde, sondern eine Dauerbaustelle, auf der ständig alte Zellen ab-, und neue aufgebaut werden. Gerät dieses Gleichgewicht zugunsten des Abbaus aus den Fugen, wird der Knochen porös und bricht auf Dauer schneller. Das Problem: Eine fortschreitende Osteoporose tut nicht weh und wird deshalb erst bemerkt, wenn es tatsächlich zum Bruch kommt.

Was viele Rheumapatienten nicht wissen: Ihre Krankheit bringt ein erhöhtes Osteoporose-Risiko mit sich. Starke Knochen brauchen für ihr Wachstum einen Reiz durch Bewegung und körperliche Belastung. Weil Rheumapatienten aber durch schmerzhafte Schübe und eine fortschreitende Gelenkzerstörung immer wieder „lahmgelegt“ werden, bewegen sich die meisten zu wenig. Auch die Gelenkentzündungen selbst sorgen für Knochenveränderungen. Darüber hinaus können die häufig eingesetzten Kortisonpräparate die Osteoporose fördern.

Knochendichte regelmäßig messen

Die Deutsche Rheuma-Liga empfiehlt deshalb, bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen vor Therapiebeginn die Knochendichte messen zu lassen. So kennen die Patienten ihren Ausgangswert und der Verlauf des Knochenabbaus kann beobachtet werden. Weil gerade zu Beginn einer Kortisonbehandlung der Knochen schneller abgebaut wird, rät die Fachgesellschaft hier zu Messungen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten. Im späteren Verlauf und bei jenen, die kein Kortison bekommen, solle die Knochendichte alle ein bis zwei Jahre gemessen werden. Ob die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen, muss im Einzelfall geklärt werden.

Um die Osteoporose schließlich in Schach zu halten, ist es laut Rheuma-Liga vor allem wichtig, dass die Patienten medikamentös gut eingestellt sind. Nur so wird die Entzündungsaktivität auf ein Minimum beschränkt. Wichtig sei außerdem in schubfreien Zeiten regelmäßige Bewegung und ein leichtes Krafttraining, um die Knochen zu stärken.

Für ausreichend Kalzium sorgen

Zudem muss der Körper ausreichend mit Kalzium und Vitamin D versorgt werden. Fehlt Kalzium im Blut, „zapft“ der Körper nämlich seine Depots in den Knochen an – was den Knochen auf Dauer instabil macht. Kalzium kann gut über die Ernährung aufgenommen werden. Nach Angaben der Rheuma-Liga reichen schon ein Glas Milch, ein Joghurt und zwei Scheiben Käse pro Tag aus, um den Bedarf zu decken.

Vitamin D wiederum wird über die Nahrung nur schwer aufgenommen. Es bildet sich aber bei Sonnenbestrahlung über die Haut und kann bei Bedarf als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden. Ob das nötig ist, muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Gleiches gilt für die Einnahme zusätzlicher Medikamente zur Osteoporosetherapie. Oft werden hier zum Beispiel Bisphosphonate verwendet, die den Knochenabbau hemmen.