Rezeptfreie Mittel helfen nicht bei Nervenschmerzen

Bei Nervenschmerzen sollte man auf rezeptpflichtige Arzneimittel zurückgreifen. (Foto: Kaesler Media / Fotolia)
Bei Nervenschmerzen sollte man auf rezeptpflichtige Arzneimittel zurückgreifen. (Foto: Kaesler Media / Fotolia)

(dbp/fru) Grundsätzlich unterscheiden sich neuropathische Schmerzen (Nervenschmerzen) von anderen Schmerzarten wie Kopf- oder Rückenschmerzen dadurch, dass sie aufgrund einer Schädigung von sogenannten „Gefühlsfasern“ des Nervensystems ausgelöst werden.

Der Schmerzimpuls entsteht also nicht im Bereich der Nervenendigungen sondern wird im Verlauf der Schmerzbahn aktiviert. Typische Anzeichen für neuropathische Schmerzen können brennende Dauerschmerzen oder vorübergehende elektrisierende Schmerzen sein, die mit Kribbeln oder „Ameisenlaufen“ einhergehen können. Ein weiteres mögliches Anzeichen kann Überempfindlichkeit gegenüber Berührungs- oder Kältereizen darstellen.

Vorsicht mit Eigendiagnosen und Selbstmedikation

Neuropathische Schmerzen können zum Beispiel durch eine Gürtelrosen-Infektion, als Folge eines Diabetes mellitus oder im Rahmen einer Krebsbehandlung entstehen. Daher ist es wichtig, bei entsprechenden Symptomen den Arztbesuch nicht auf die lange Bank zu schieben und sich stattdessen versuchen, mit frei verkäuflichen Schmerzmitteln selbst zu therapieren.

„Rezeptfreie Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac wirken vor allem dann gut, wenn der Schmerz durch eine Entzündung hervorgerufen wird“, sagt Prof. Dr. Dr. Achim Schmidtko vom Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler der Universität Frankfurt am Main. Der Apotheker und Arzt ergänzt weiter: „Statt lange mit Schmerzmitteln aus der Selbstmedikation herum zu probieren, sollten sich Patienten mit neuropathischen Schmerzen frühzeitig an einen Arzt wenden.“ Dieser würde wirksamere rezeptpflichtige Arzneimittel verschreiben, wobei diese auch für andere Anwendungsgebiete wie Depressionen oder Epilepsie infrage kommen würden. Deshalb solle man sich nicht vom Beipackzettel verwirren lassen.