Antrag für Kinder-Reha nicht bei der Krankenkasse stellen

Kinderärzte können den Reha-Antrag für chronisch kranke Kinder stellen. (Foto: Bilderbox)
Kinderärzte können den Reha-Antrag für chronisch kranke Kinder stellen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/auh) Obwohl die Zahl der chronisch kranken Kinder steigt, sinkt die Zahl der Anträge für Reha-Maßnahmen.

Ein möglicher Grund, so vermutet Sozialpädagoge Alwin Baumann, Klinikleiter aus Wangen im Allgäu: Viele Eltern und auch Kinder- und Jugendärzte scheuen die Beantragung, weil sie bürokratische Hürden befürchten. Diese Vorbehalte seien aber unbegründet, erklärt der Kinder-Reha-Experte. Es sei sogar einfacher, einen Reha-Antrag für Kinder oder Jugendliche zu stellen, als einen für Erwachsene oder für eine Mutter-und-Kind-Kur.

„Reha‐Maßnahmen kommen für viele chronisch kranke Kinder infrage, z. B. bei Asthma, Neurodermitis, Allergien, Übergewicht, aber auch bei Krebs oder Stoffwechselerkrankungen“, erläutert Dr. Klaus Rodens, Landesverbandsvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ) in Baden‐Württemberg. Eltern sollten sich mit ihrem Kinder‐ und Jugendarzt besprechen, ob eine Reha für ihr Kind sinnvoll sein kann. Der antragstellende Arzt braucht übrigens keine Zusatzbezeichnung „Rehabilitationswesen“.

Zuständig für Kinder-Reha ist nicht die Kranken-, sondern die Rentenversicherung. Formulare und Informationen findet man im Internet unter www.deutsche-rentenversicherung.de und telefonisch unter der kostenlosen Servicenummer 0800 1000 4800.

Der Bayrische Heilbäder-Verband weist darauf hin, dass die Krankenkassen die Anträge auf eine Reha an die Rentenversicherung weiterleiten. Zudem seien die bürokratischen Hürden bei den Gesetzlichen Krankenkassen sehr hoch. „Man glaubt es kaum: es ist tatsächlich so, dass man hier erst einen Antrag auf ein Antragsformular stellen muss. Dieses Verfahren sollte im Sinne der Kinder und Jugendlichen entbürokratisiert werden“, findet Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayrischen Heilbäder-Verbands.