Rechenformel soll Krebsrisiko ermitteln

Zur Berechnung des persönlichen Lungenkrebsrisikos zählt auch die Zahl der gerauchten Zigaretten. (Foto: Bilderbox)
Zur Berechnung des persönlichen Lungenkrebsrisikos zählt auch die Zahl der gerauchten Zigaretten. (Foto: Bilderbox)

(dbp/cwr) Wer unter einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leidet, ist im Gegensatz zu gesunden Menschen stärker gefährdet, an Lungenkrebs zu erkranken.

Doch das Risiko ist nicht für alle COPD-Patienten gleich hoch. Spanische Wissenschaftler haben jetzt eine Formel erarbeitet, mit der COPD-Patienten ihr Lungenkrebsrisiko bestimmen können. Das haben die Lungenärzte des Verbandes Pneumologischer Kliniken (VPK) unter www.lungenaerzte-im-netz.de bekannt gegeben.

Die Forscher in Spanien haben vier Faktoren ausgemacht, die maßgeblich verantwortlich dafür sind, wie hoch das Lungenkrebsrisiko für einen COPD-Patienten ist: Der Nachweis eines Lungenemphysems, die Anzahl der gerauchten Zigaretten, ein Alter über 60 Jahre und Untergewicht. Jedem Faktor haben die Ärzte einen Zahlenwert zugeordnet.

Die Gewichtung ist jedoch unterschiedlich groß: Ein Lungenemphysem zählt vier Punkte. Dabei sind die Lungenbläschen, an denen der Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet, teilweise zerstört und überdehnt. Das hat Auswirkungen auf die Atmung. Patienten leiden unter Atemnot und Erschöpfung, in fortgeschrittenem Stadium Gewichtsabnahme. Ist der Patient über 60 Jahre alt, zählt dies drei Punkte. Kommt der Betroffene auf mehr als 60 Packungsjahre, hat er also mehr als 60 Jahre lang ein Päckchen Zigaretten pro Tag geraucht (oder 30 Jahre lang zwei Päckchen täglich), zählt dies zwei Punkte und Untergewicht (ein Body-Mass-Index von unter 25) wird mit einem Punkt berechnet.

„Ab einer Gesamtzahl von sieben Punkten müssen COPD-Patienten davon ausgehen, dass sie zur Hochrisiko-Gruppe gehören“, sagt Dr. Voshaar, Vorsitzender des VPK. Das bedeutet, dass ihr Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, um das 3,5-fache größer ist als das der Niedrig-Risikogruppe, die auf bis zu sechs Punkte kommen. Der Lungenexperte rät Betroffenen, sich in einer Facharztpraxis gezielt untersuchen zu lassen. Denn je früher ein Bronchialkarzinom erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen.