Raupenhaare sind ganzjährig giftig

In den Berliner Wäldern warnen Schilder vor den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners. (Foto: Vielfalt / Fotolia)
In den Berliner Wäldern warnen Schilder vor den Raupenhaaren des Eichenprozessionsspinners. (Foto: Vielfalt / Fotolia)

(dbp/cwr) Eichenprozessionsspinner sind das ganze Jahr über ein Problem, nicht nur in der „Raupenperiode“ von Mai bis Juli.

Denn die allergieauslösenden Raupenhaare brechen leicht ab, und der Wind kann sie bei trocken-warmem Wetter über weite Strecken verbreiten. Sie haben feine Widerhaken, die sich in den Schleimhäuten und feuchten Hautstellen verfangen. Dort sondern sie dann das Nesselgift Thaumatopeitin ab, das Überempfindlichkeitsreaktionen auslöst.

„Die Brennhaare können noch jahrelang das Nesselgift enthalten und allergische Reaktionen, Augenreizungen, Husten, Halsschmerzen und Fieber auslösen“, erklärt Dr. Monika Niehaus, vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Auch ein allergischer Schock sei möglich. Wer einmal Beschwerden hatte, sollte eine erneute Begegnung unbedingt meiden – die Symptome könnten sich dann verschlimmern.

Kinder sollten daher Regionen, in denen der nachtaktive Schmetterling vorkommt, ganzjährig meiden, so der BVKJ. Eltern wird geraten, einen Pollenfilter fürs Auto anschaffen. Freilaufende Haustiere können die Härchen übrigens auch mit ihren Fell ins Haus bringen. Ist es zu einem Kontakt gekommen, sollte die Kleidung der Kinder bei 60 Grad gewaschen werden. Es bringt gar nichts, die Sachen auszuschütteln. Im Gegenteil: Dadurch werden die Raupenhärchen nur gut verteilt. Körper und Haare der Kinder müssen gründlich gewaschen und abgeduscht werden. Zeigen die Augen eine Reaktion, am besten mit Wasser ausspülen. Bei anhaltenden Beschwerden sollte ein Kinder- und Jugendarzt aufgesucht werden.

Eine Karte mit den Verbreitungsgebieten des Eichenprozessionsspinners findet man beim Julius-Kühn-Institut (www.jki.bund.de) oder bei www.kinderaerzte-im-netz.de.