Raucher wissen oft nichts von ihrer kranken Lunge

Die Lunge kann stark geschädigt sein, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen. (Foto: Bilderbox)
Die Lunge kann stark geschädigt sein, ohne deutliche Beschwerden zu verursachen. (Foto: Bilderbox)

(dbp/spo) Viel mehr Raucher als bisher angenommen haben irreparable Schäden an der Lunge.

Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, an der auch ein Heidelberger Radiologe beteiligt war.

Etwa 80 Prozent der Raucher – statt der bisher angenommenen 50 Prozent – entwickeln eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Das zeigte die genannte Studie, bei der die Lungen von rund 8.800 Rauchern unter anderem mittels Computertomografie (CT) untersucht wurden. Der Radiologe Professor Dr. Hans-Ulrich Kauczor, der viele der CT-Aufnahmen analysiert hat, fand selbst bei jenen, die im Lungenfunktionstest als gesund eingestuft wurden, häufig Veränderungen der Atemwege oder aufgeblähte Lungenabschnitte.

Der Lungenfunktionstest ist bislang das Mittel der Wahl bei der Diagnose der COPD. Offenbar kann die Krankheit damit aber erst recht spät erkannt werden. „Das Ergebnis zeigt ganz klar: Die Mehrheit der Raucher ist chronisch lungenkrank – auch wenn viele von ihnen nichts bemerken“, sagt Professor Kauczor.

Symptome werden nicht ernst genommen

COPD ist eine Erkrankung, die überwiegend Raucher betrifft. Sie beginnt mit Symptomen wie Kurzatmigkeit und morgendlichem Husten, was von vielen nicht ernst genommen wird. Im Verlauf kommt es allerdings zu starken Gewebeschäden, die zu Atemnot und einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen.

Ist das Lungengewebe erst einmal krankhaft verändert, kann es nicht mehr geheilt werden. Allerdings kann das Fortschreiten der COPD bei einer frühzeitigen Behandlung hinausgezögert werden. Dafür müssen die Patienten aber unbedingt mit dem Rauchen aufhören.