Rauchen verstärkt Strahlenschäden

Bei Rauchern ist die Strahlentherapie weniger effektiv und hat mehr unerwünschte Nebenwirkungen. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)
Bei Rauchern ist die Strahlentherapie weniger effektiv und hat mehr unerwünschte Nebenwirkungen. (Foto: contrastwerkstatt / Fotolia)

(dbp/auh) Raucher, die wegen einer Krebserkrankung eine Strahlentherapie bekommen, sollten unbedingt mit dem Rauchen aufhören.

Dieser Rat der Lungenärzte des Verbands Pneumologischer Kliniken (VPK) klingt zunächst seltsam, denn es müsste ja selbstverständlich sein, dass Krebspatienten alles unterlassen, was ihre Gesundheit zusätzlich schädigt. Doch die Realität sieht leider anders aus: Zumindest nach der Diagnose Prostatakrebs raucht fast jeder zweite Patient unbeirrt weiter, meldet der VPK auf www.lungenaerzte-im-netz.de. Die Experten vermuten, das gelte auch für die meisten anderen Krebserkrankungen, insbesondere Lungenkrebs.

„Dabei erhöht Rauchen nicht nur die Gefahr, dass das Tumorwachstum fortschreitet, und das Risiko, am Krebs zu sterben. Tabakkonsum verstärkt auch die toxischen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie“, heißt es mit Bezug auf eine Studie mit Prostatakrebspatienten.

Zu diesen Nebenwirkungen zählen Inkontinenz, Probleme beim Wasserlassen und Reizungen des Urogenitaltraktes. Rauchende Patienten hatten zudem ein höheres Risiko für Fernmetastasen und erlitten öfter einen Rückfall. Dr. med. Thomas Voshaar, Vorsitzender des VPK, erklärt die Hintergründe. Nitrosamine im Tabak fördern das Krebswachstum und schwächen die körpereigene Abwehr. Generell seien bei Rauchern die natürlichen Killerzellen und Antikörper des körpereigenen Abwehrsystems weniger aktiv.

„Wir Lungenärzte möchten Patienten mit allen Krebsarten unbedingt dazu raten, das Rauchen zu unterlassen, weil es den Effekt der Bestrahlung verringert, zu mehr Komplikationen und weitaus mehr schädlichen Nebenwirkungen nach der Bestrahlung führt und das Sterberisiko der Betroffenen deutlich erhöht“, betont Dr. Voshaar.