Rauchen macht Spermien krank und müde

Raucher verringern ihre Chancen auf Nachwuchs. (Foto: Sondem / Fotolia)
Raucher verringern ihre Chancen auf Nachwuchs. (Foto: Sondem / Fotolia)

(dbp/cwr) Bei unerfülltem Kinderwunsch kann das Rauchen die Ursache für die verminderte Fruchtbarkeit des Mannes sein.

Wissenschaftler der Universität des Saarlandes konnten nachweisen, dass Spermien von Rauchern weniger beweglich und lebensfähig sind als die Samenzellen von Nichtrauchern.

Im Sperma von Rauchern fanden die Forscher Cotinin, ein Abbauprodukt des Nikotins, in deutlich höherer Menge als bei Nichtrauchern. „Auch die Außenhülle der Spermien ist nicht so stabil“, sagt Professor Mohammed Hamadeh, Reproduktionsmediziner an der Universität des Saarlandes in Homburg. Das Team um den Professor hatte schon vor vier Jahren erforscht, dass bestimmte Eiweißmoleküle (Protamine) bei Rauchern in geringerer Konzentration vorkommen. In ihrer aktuellen Studie haben sie genau dort wieder angesetzt und Eiweißmoleküle – und zwar jene, die für die Verpackung und Stabilität der Erbinformation im Sperma verantwortlich sind – genauer unter die Lupe genommen. Ergebnis: Diese Moleküle sind bei Rauchern in deutlich geringerer Konzentration vorhanden als bei Nichtrauchern. „Wir gehen davon aus, dass dadurch die Erbinformationen in den Samenzellen von Rauchern beschädigt werden und in der Folge die Entwicklung der Spermien gestört ist“, sagt Hamadeh. Dies wiederum könne dazu führen, dass sich kein neues Leben entwickeln kann.

Doch der Arzt geht noch weiter: In seinen Augen ist das Rauchen möglicherweise auch für Missbildungen von Embryos verantwortlich. Dies müsse aber erst noch in weiteren Studien untersucht werden. Auch wird in Zukunft die Frage im Fokus der Wissenschaftler stehen, wie schnell sich die Zusammensetzung der Spermien wieder normalisiert, wenn starke Raucher den Nikotinkonsum einstellen.