Rastlose Beine

Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) können nachts auch Begleitsymptome wie Kribbeln oder Ziehen in den Extremitäten auftreten. (Foto: Fotolia / juniart)
Beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) können nachts auch Begleitsymptome wie Kribbeln oder Ziehen in den Extremitäten auftreten. (Foto: Fotolia / juniart)

Das Restless-Legs-Syndrom kann einem den Schlaf rauben.

(iwg/fru) Wenn bei Patienten ein unkontrollierbarer Bewegungsdrang in den Beinen vorhanden ist – meist gepaart mit einem Stechen, bis hin zu Krämpfen oder Schmerzen – sprechen Ärzte vom Restless-Legs-Syndrom (RLS). Dieser Bewegungsdrang kann auch ohne Begleitempfindungen auftreten. Manchmal sind außer den Beinen auch Arme oder andere Körperregionen betroffen. Das „Syndrom der ruhelosen Beine“ kann bereits bei Kindern und Jugendlichen auftreten und zählt zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Schätzungsweise etwa 3 bis 10 Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, erklären die „Neurologen und Psychiater im Netz“ auf ihren Internetseiten.

Einseitig, beidseitig oder auch abwechselnd

Die Begleitsymptome wie kribbelnde, ziehende oder als Spannung bemerkte Empfindungen in den Extremitäten treten meistens abends bzw. nachts auf, wenn man zur Ruhe kommt und hindern die Erkrankten meist am Einschlafen. Sie können einseitig, beidseitig oder abwechselnd auftreten. Der Bewegungsdrang und die unangenehmen Gefühle bessern sich, wenn man sich bewegt und beispielsweise umherläuft oder dehnt, weshalb Betroffene nachts gerne umherwandern. „Tagsüber sind sie dann oft übermüdet und angespannt“, wird auf den Seiten des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (äzq) berichtet. Wenn die Erkrankung länger andauert, können die Beschwerden auch bei Ruhepausen am Tage auftreten. Eine lange Autofahrt, Konferenzen oder ein Kinobesuch werden so manchmal unmöglich.

Ein Restless-Legs-Syndrom kann verschiedene Ursachen haben, von einer fortgeschrittenen Nierenschwäche über Nervenschädigungen (Polyneuropathie), Eisenmangel, einer Schwangerschaft bis hin zur Einnahme bestimmter Medikamente, z. B. gegen Depression oder Übelkeit. Wenn die Beschwerden erstmalig in der Schwangerschaft auftreten, verschwinden sie nach der Entbindung i.d.R. von selbst. Oft lässt sich jedoch auch keine konkrete Ursache finden. Das äzq weist darauf hin, dass in mehr als der Hälfte dieser Fälle auch leibliche Verwandte des Erkrankten vom Syndrom der unruhigen Beine betroffen sind.

Alkohol- und Koffeinverzicht können Beschwerden lindern

RLS kann vom Arzt anhand eines Gesprächs und einer körperlichen Untersuchung diagnostiziert werden. Zudem entnimmt der Arzt auch Blut, um den Eisenhaushalt und die Nierenfunktion zu kontrollieren. Des Weiteren kann in unsicheren Fällen zur Abklärung eine Untersuchung in einem Schlaflabor oder die einmalige Gabe eines Medikaments erfolgen.

Die Behandlung richtet sich dann nach der Ursache. Wenn z. B. ein Eisenmangel festgestellt worden ist, werden Eisentabletten verschrieben. Wenn die Ursache unklar ist, können verschiedene Medikamente wie L-Dopa oder sogenannte Dopaminagonisten eingesetzt werden. Diese haben jedoch häufig auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Schlafstörungen. Und sie können sogar die Beschwerden während der Behandlung verstärken.

Es gibt hingegen eine Reihe von Gewohnheiten, die bei vielen RLS-Patienten eine Linderung der Erkrankung ohne Nebenwirkungen bewirken. Dazu gehören der Verzicht auf alkohol- und koffeinhaltige Getränke, regelmäßige moderate Bewegung oder bei akuten Beschwerden eine Massage der Beine sowie kalte Fußbäder. Stress, schwere körperliche Arbeit und auch anstrengende sportliche Betätigungen sollten hingegen vermieden werden.