Rasche Hilfe für überempfindliche Zähne

Schmerzempfindliche Zähne können vom Zahnarzt desensibilisiert werden. (Foto: Dan Race / Fotolia)
Schmerzempfindliche Zähne können vom Zahnarzt desensibilisiert werden. (Foto: Dan Race / Fotolia)

Dem Zahnarzt stehen verschiedene Methoden für die Desensibilisierung zur Verfügung

(dbp/wgt) Jeder Zehnte leidet an überempfindlichen Zähnen. Wenn schon der kleinste Kontakt mit Heißem oder Kaltem, Süßem oder Saurem unangenehme Schmerzen bereitet, kann das viele Ursachen haben. Ein Besuch beim Zahnarzt schafft Klarheit. Können eine Karies oder defekte Zahnfüllungen als Schmerzauslöser ausgeschlossen werden, dann ist die Ursache meist schnell gefunden: „In 90 Prozent der Fälle kommt die Überempfindlichkeit von freiliegenden Zahnhälsen“, erläutert Professor Roland Frankenberger, Direktor der Abteilung für Zahnerhaltungskunde am Medizinischen Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Philipps-Universität Marburg.

Hat sich das Zahnfleisch bereits weit zurückgezogen, liegt dem möglicherweise eine Parodontitis zugrunde. Dann wird der Zahnarzt zunächst eine Behandlung des erkrankten Zahnbettes einleiten, bevor im Anschluss weitere Schritte zur Desensibilisierung der empfindlichen Zahnhälse möglich sind. Lässt sich eine Parodontitis jedoch ausschließen, kann die Desensibilisierung sofort beginnen. Dazu stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Substanzen zur Verfügung, die meist rasche Linderung bringen.

Schutz durch Lacke, Kleber und Füllungen

Häufig trägt der Zahnarzt zunächst fluorhaltige Lacke auf die freiliegenden Zahnhälse auf. Die Lacke bilden eine dünne Schutzschicht, die den direkten Kontakt mit äußeren Reizverursachern verhindern soll. „Die Behandlung mit Fluorid-Lacken muss jedoch vierteljährlich wiederholt werden“, betont Professor Frankenberger. Denn die Lacke werden beim Zähneputzen und durch andere Belastungen wieder abgetragen.

Bioaktive Substanzen dagegen dringen in die winzigen Dentinkanälchen im Zahnhals ein, die mit dem reizempfindlichen Zahnnerv in Verbindung stehen. Die bioaktiven Substanzen verschließen die Kanälchen, sodass der Schmerzreiz nicht an den Nerv weitergeleitet werden kann.

Auch Kleber, sogenannte Bondings, die gewöhnlich zur Befestigung von Zahnfüllungen verwendet werden, haben sich bei der Desensibilisierung bewährt, so Frankenberger. Auf den Zahnhals aufgetragen, versiegeln die Kleber die empfindliche Oberfläche und die offenliegenden Dentinkanälchen.

Ist die Schädigung der Zahnhälse bereits weit fortgeschritten, helfen oft nur noch Füllungen. Die bestehen aus Kunststoffen und werden mit einem Kleber auf die betroffenen Stellen aufgeklebt. Diese Behandlungsmethode, auch Adhäsivtechnik genannt, hat den Vorteil, dass die gesamte gesunde Zahnsubstanz erhalten bleibt. Die Kunststofffüllungen können außerdem individuell an die Zahnfarbe des Patienten angepasst werden.

Laser schmilzt sensible Stellen zu

Als Alternative zu den chemischen Präparaten bietet sich eine Laser-Behandlung an. Der Laser weicht das Zahnbein auf und die winzigen Dentinkanälchen im Zahnhals werden innerhalb weniger Sekunden zugeschmolzen. Die Laser-Geräte sind jedoch teuer in der Anschaffung und deshalb nicht in jeder Zahnarztpraxis vorhanden. Die Behandlung muss der Patient in der Regel aus eigener Tasche bezahlen.

Gute Erfolge erzielen laut Frankenberger auch spezielle Zahnpasten für überempfindliche Zähne. Sie enthalten desensibilisierende Inhaltsstoffe wie Kaliumchlorid, Natriumfluorid, Strontiumchlorid oder Zinnfluorid. Allerdings müssen diese Zahnpasten bei der häuslichen Zahnpflege auch regelmäßig verwendet werden.