Qualitätsprüfungen bei Pflegeheimen

Zu den objektiven Qualitätsprüfkriterien bei der Prüfung von Pflegeeinrichtungen zählt auch der Zustand der Heimbewohner hinsichtlich Körperpflege und Hygiene. (Foto. Fotolia / spuno)
Zu den objektiven Qualitätsprüfkriterien bei der Prüfung von Pflegeeinrichtungen zählt auch der Zustand der Heimbewohner hinsichtlich Körperpflege und Hygiene. (Foto. Fotolia / spuno)

Es gibt objektiv prüfbare Qualitäts- und Transparenzkriterien.

(iwg/fru) In den nächsten Jahren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland nach Prognosen des Statistischen Bundesamts rasant an. Gleichzeitig erschwert die wachsende Mobilität den Familien die Pflege von Angehörigen zuhause. Oft muss also ein Senioren- oder Pflegeheim als Lösung her. Die Wahl fällt dabei nicht leicht – zumindest dann, wenn es im Umkreis mehrere Anbieter gibt. Prospekte von Pflegeeinrichtungen zu lesen, reicht dabei meistens nicht aus, denn sie geben erstens nur einen kleinen Ausschnitt des Alltags im Heim wieder und zweitens wird kein Heim in einem Werbeprospekt auf Defizite hinweisen.

Qualitätsprüfungen durch Prüfdienste

Generell gilt: „Pflegebedürftige Menschen haben einen Anspruch auf gute Pflege – und gute Pflege muss erkennbar sein. Eine Reihe von Maßnahmen dient dazu, Qualität und Transparenz in der Pflege zu verbessern und bestehende Mängel zu beseitigen“, bekräftigt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) auf seinen Internetseiten. Es gibt somit eine Reihe objektiver Kriterien, die von Experten für die Qualität von Pflegeheimen zugrunde gelegt werden. Die Einhaltung solcher Kriterien wird regelmäßig von den Prüfdiensten der gesetzlichen und privaten Krankenkassen geprüft.

Im Vordergrund der Überprüfung von Pflegeheimen aber auch von ambulanten Pflegediensten steht die Ergebnisqualität. Hier wird schwerpunktmäßig der Pflegezustand der Menschen geprüft und wie die eingeleiteten pflegerischen Maßnahmen wirken. Zudem wird geschaut, ob es Hinweise auf Pflegedefizite gibt, wie z. B. Druckgeschwüre oder Mangelernährung. „Die Zufriedenheit der pflegebedürftigen Menschen schlägt sich in einer eigenen Bewertung nieder“, erklärt das BMG weiter. Und nicht zuletzt wird auch bei der Aktendokumentation und der Abrechnung von Leistungen genau hingeschaut.

Prüfungstermine werden zukünftig vorher angekündigt

Sowohl alle Pflegeheime als auch alle ambulanten Pflegedienste werden laut BMG regelmäßig einmal im Jahr geprüft und zwar innerhalb einer sogenannten Regelprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sowie vom Prüfdienst der Privaten Krankenversicherung (PKV) oder von entsprechend beauftragten Sachverständigen. Bis zum 31. Oktober 2019 werden alle Prüfungen in stationären Pflegeeinrichtungen grundsätzlich unangemeldet durchgeführt. Qualitätsprüfungen in den ambulanten Pflegeeinrichtungen werden einen Tag vorher angekündigt, um die Anwesenheit der Pflegedienstleitung und die organisatorische Durchführung der Prüfung sicherzustellen. Zum 1. November 2019 startet ein neues stationäres Qualitätssystem, bei welchem dann auch die Regelprüfungen von Pflegeheimen einen Tag im Voraus angekündigt werden müssen.

Wenn Beschwerden und Hinweise von Pflegebedürftigen und Angehörigen an die Pflegekasse gerichtet werden und ein konkreter Verdacht für eine mangelnde Qualität in einer Pflegeeinrichtung besteht, kann die Pflegekasse darüber hinaus den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung oder den Prüfdienst der PKV beauftragen, auch unangemeldete Anlassprüfungen durchzuführen. Auch bei Vorliegen von Anhaltspunkten für ein fehlerhaftes Abrechnungsverhalten können die Prüfdienste selbst Abrechnungsprüfungen durchführen oder von ihnen bestellte Sachverständige dazu beauftragen.