Qigong wirkt sofort

In China völlig alltäglich: Menschen, die im Freien Tai Chi oder Qigong praktizieren. (Foto: Laetitia Bouaziz / Fotolia)
In China völlig alltäglich: Menschen, die im Freien Tai Chi oder Qigong praktizieren. (Foto: Laetitia Bouaziz / Fotolia)

Sanfte Übungen machen den Kopf frei und mobilisieren die Selbstheilungskräfte des Körpers

(dbp/auh) Bewegung spielt in der Prävention eine immer größere Rolle. Viele Krankheitsrisiken lassen sich durch eine deutliche Steigerung der körperlichen Aktivität reduzieren: bestimmte Krebsarten, altersbedingte Herz- und Kreislauferkrankungen, Gelenkentzündungen und Typ-2-Diabetes gehören dazu.

Mediziner raten Menschen, die keine Sport-Fans sind und auch nicht ins Fitness-Center gehen möchten, einfach mehr Bewegung in den Alltag einzubauen; zum Beispiel, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren oder jeden Tag einen Spaziergang zu machen. Doch nur wenige schaffen es, den berühmten inneren Schweinehund zu überwinden und lieb gewonnene Gewohnheiten aufzugeben.

Qigong eignet sich auch für Bewegungsmuffel

Ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Bewegung kann die Teilnahme an einem Kurs sein. Viele kommunale Einrichtungen und Bildungsstätten bieten Einführungskurse für Ungeübte an. Besonders empfehlenswert sind solche Sportarten, bei denen es nicht um messbare Leistungen geht, sondern um eine Verbesserung des eigenen Körpergefühls und die Mobilisierung bisher vernachlässigter Muskelgruppen. Sehr gut dazu geeignet sind Yoga, Pilates oder Qigong.

Qigong (wörtlich übersetzt: Energiearbeit) gehört zu den ältesten chinesischen Therapie- und Meditationsformen. Illustrationen belegen, dass es bereits im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung eine „hoch entwickelte Form der Körperübung im Sinne des Qigong“ gab, schreibt der Sportwissenschaftler Dr. Nabil Ranné vom Chen-Stil Taijiquan Netzwerk Deutschland auf www.ctnd.de. Der Begriff Qigong ist aber erheblich jünger als sein Gegenstand: Laut Ranné wurde er in der Tang-Dynastie erstmals erwähnt und 1957, also mehr als 1.000 Jahre später, erstmalig in der heute gültigen Weise als übergeordneter Begriff benutzt.

Die Deutsche Qigong Gesellschaft kennt mehr als 1.000 verschiedene Übungsarten und Stile. Bewegungsabläufe werden in China traditionell häufig mit Tiernamen belegt, so zum Beispiel der „fliegende Kranich“ oder der „schwimmende Drache“. Viele Qigongformen werden im Stehen ausgeübt, andere im Liegen, beim Gehen oder im Sitzen.

Mit fließenden Bewegungen den Blutdruck senken

Qigong-Bewegungen sind langsam, sanft und fließend. In Anfänger-Kursen wird der Leiter sehr einfach auszuführende Übungen auswählen. Umso beeindruckender ist ihre starke und sofort spürbare Wirkung: der Körper entspannt sich und der Geist kommt zur Ruhe. Nach Angaben der Deutschen Qigong Gesellschaft wirkt Qigong blutdrucksenkend, stärkt die Immunabwehr, reguliert Stresshormone und harmonisiert das vegetative Nervensystem. Darüber hinaus verbessere sich die psychische Verfassung und die Fähigkeit, den Alltagsstress zu bewältigen.

Qigong eignet sich für alle Altersgruppen, aber besonders ältere Menschen, die womöglich schon erste Einschränkungen ihrer Mobilität spüren, profitieren von den Übungen. Spezielle Qigong-Kurse für Ältere richten sich nach der körperlichen Verfassung und dem jeweiligen Leistungsstand der Teilnehmer. Viele Bewegungsabläufe können im Sitzen – auch im Rollstuhl – ausgeübt werden.