Prothese oder Versteifung?

Prothese oder Versteifung?

Alternativen bei fortgeschrittenen Handgelenks- und Fingerarthrosen.

(iwg/fru) Unsere Hand ist ein komplexes Greiforgan: Sie hilft uns beim Ertasten und Gestalten und ermöglicht uns Kraft und Präzision gleichzeitig einzusetzen. So können wir Werkzeuge nutzen, Musikinstrumente spielen, Gegenstände heben oder schreiben. Das alles empfinden wir als selbstverständlich, bis unsere Hände mal verletzt oder erkrankt sind und deren Funktionsfähigkeit stark beeinträchtigt ist. Mit dem Alter treten zudem Abnutzungserscheinungen wie Arthrosen auf. „Hier können Orthopäden und Unfallchirurgen mit konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten dabei helfen, ihren Patienten ein Stück Lebensqualität zurückzugeben“, erklärt der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) auf seinen Internetseiten.

Prothesen aus Titan und Kunststoff oder Silikon

Wenn eine Arthrose schon weit fortgeschritten ist und Patienten von quälenden Schmerzen betroffen sind sowie die Beweglichkeit der Hand stark eingeschränkt ist, kann zur Linderung der Schmerzen und zur Wiederherstellung der Mobilität eine gelenkerhaltende Operation oder der Einsatz eines oder mehrerer Kunstgelenke sinnvoll sein. Solche Prothesen bestehen je nach Lokalisation und Ausmaß der Beeinträchtigung aus Titan und Kunststoff oder Silikon. Die moderne Handchirurgie kann dabei prinzipiell jedes Fingergelenk und sogar das Handgelenk durch ein künstliches Gelenk ersetzen. In manchen Fällen ist auch eine Versteifung des Gelenks empfehlenswert. Damit ein Gelenk mittels Prothese ersetzt werden kann, ist die Funktionsfähigkeit von Bändern und Sehnen, die später das Kunstgelenk umgeben, entscheidend.

Bei den Grundgelenken der Finger, die direkt an der Mittelhand ansetzen und bei denen die Beweglichkeit eine große Rolle spielt, ist je nach anatomischer Voraussetzung eine Gelenkprothese sinnvoller als eine Versteifung. Bei den Mittelgelenken der Finger versucht man ebenfalls die Beweglichkeit durch Kunstgelenke zu erhalten. Bei den Endgelenken der Finger steht hingegen eher die Stabilität als die Beweglichkeit im Vordergrund. Daher werden diese auch öfter versteift. Dabei werden die gelenkbildenden Knochen fest miteinander verbunden und zwar i.d.R. mit Schrauben oder Metallplättchen.

Handgelenksprothese bei Polyarthrose

Heutzutage können sogar Arthrosen oder durch Unfälle verursachte Schäden im Handgelenk mit Prothesen behandelt werden. Das Handgelenk besteht aus acht kleinen Knochen, an denen Speiche und Elle angrenzen. In der modernen Handchirurgie kann das Handgelenk z. B. durch eine Gelenkprothese mit einer Gelenkpfanne und einem Gelenkkopf ersetzt und somit wieder ein hoher Grad an Beweglichkeit hergestellt werden. Insbesondere für Patienten, die gleichzeitig unter mehreren Arthrosen im Handgelenk (Polyarthrose) leiden, stellt das eine Alternative zur Versteifung des Handgelenks dar. Wichtig für Patienten ist in solchen Fällen eine ausgiebige Beratung durch den Facharzt. Auch eine Zweitmeinung ist bei solchen Eingriffen empfehlenswert.