Prostatakrebs-Vorsorge beim Urologen

Ärzte können über eine Blutabnahme den PSA-Wert bestimmen. (Foto: Fotolia / Sherry Young)
Ärzte können über eine Blutabnahme den PSA-Wert bestimmen. (Foto: Fotolia / Sherry Young)

Tastuntersuchung und Bestimmung des PSA-Wertes.

(dbp/fru) Männer gelten allgemein als Vorsorgemuffel, so auch, wenn es darum geht, zur Vorsorge beim Urologen vorstellig zu werden. Laut Zentrum für Krebsregisterdaten des Robert Koch Instituts stellt Prostatakrebs in Deutschland nach wie vor die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern dar. Jedes Jahr erkranken mehr als 57.000 Männer an Prostatakrebs und fast 14.000 sterben daran. Dabei ist die Krankheit in einem frühen Stadium gut heilbar.

Urologen empfehlen Krebsvorsorge ab dem 45. Lebensjahr

Leider gibt es keine frühen Warnsymptome, die erste Hinweise auf die bösartige Erkrankung geben. Deshalb empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Urologie und der Berufsverband der Deutschen Urologen, dass Männer ab dem 45. Lebensjahr regelmäßig ihre Prostata auf bösartige Veränderungen untersuchen lassen. Hierfür kommen Tastuntersuchungen und die Bestimmung des sogenannten PSA-Wertes infrage.

Die Prostata liegt direkt unter der Harnblase und kann vom Enddarm aus vom Urologen mit den Fingern gut getastet und beurteilt werden (rektale Palpation). Die Tastuntersuchung bietet jedoch eine wenig belastende Möglichkeit, oberflächlich gelegene Karzinome zu erkennen und reicht zur alleinigen Früherkennung nicht aus, da sich durch das Tasten nur Tumoren erkennen lassen, die bereits eine gewisse Größe erreicht haben.

Daher empfehlen Urologen über eine Blutabnahme zusätzlich den PSA-Wert zu bestimmen. Die Abkürzung „PSA“ steht dabei für „Prostata-spezifisches Antigen“, einem Eiweiß, das von den Prostatadrüsen gebildet wird und im Blut nachgewiesen werden kann. Es gibt jedoch auch hier Einschränkungen bei der Ergebnissicherheit: „Nicht nur Krebs, sondern auch gutartige Prostataadenome sowie Entzündungen der Prostata oder der Blase erhöhen die Ausschüttung des Prostata-spezifischen Antigens ins Blut. Dann verändern sich auch die PSA-Werte“, teilt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums mit. Und deshalb streiten Befürworter und Gegner weiter darüber, ob die Untersuchung überhaupt als sinnvolle Krebsvorsorge eingesetzt werden kann.

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Quellenangaben:
Online-Informationen des Bundesverbands Prostata Selbsthilfe unter www.prostatakrebs-bps.de ff., des Krebsinformationsdienstes am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg unter www.krebsinformationsdienst.de ff., dem Zentrum für Krebsregisterdaten unter https://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Prostatakrebs/prostatakrebs_node.html, und der Broschüre "PSA-Test: Bedeutung bei der Früherkennung von Prostatakrebs" der Deutschen Gesellschaft für Urologie unter https://www.urologenportal.de/fileadmin/MDB/PDF/PSA-Broschuere_neu.pdf (alle abgerufen im April 2018)