Probleme beim Stillen

Ein extremer Milcheinschuss kann zu einem starken Spannungsgefühl in der Brust führen. Diese ist dann auch sehr berührungsempfindlich oder gerötet. (Foto: Fotolia / anetlanda)
Ein extremer Milcheinschuss kann zu einem starken Spannungsgefühl in der Brust führen. Diese ist dann auch sehr berührungsempfindlich oder gerötet. (Foto: Fotolia / anetlanda)

Es kommen verschiedene Ursachen infrage.

(dbp/spo/fru) Das Gesündeste für Babys ist, wenn sie mindestens sechs Monate ausschließlich gestillt werden. Das empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Damit legen Mütter für ihre Babys einen guten Grundstein, um später das Risiko für diverse Erkrankungen zu reduzieren. Millionen von lebenden Immunzellen in der Muttermilch schützen das Baby vor Allergien und Infektionskrankheiten wie Durchfall und Entzündungen – oder sorgen zumindest für einen milderen Krankheitsverlauf. Darüber hinaus enthält Muttermilch Fettsäuren, die wichtig für die Entwicklung des Gehirns sind. Nicht zuletzt sorgt das Stillen auch für eine starke Mutter-Kind-Bindung und ist zudem sehr praktisch und preiswert.

 

Stillprobleme treten oft unerwartet auf

 

Auch Zunge, Gaumen, Gesichtsmuskeln und natürlicher Saugreflex entwickeln sich beim Stillen optimal. Damit das Stillen auch klappt, ist es hilfreich, sich die Technik von einer Hebamme, Still- oder Laktationsberaterin zeigen zu lassen. Diese können die Brust bei Bedarf auch begutachten und individuelle Empfehlungen aussprechen. Doch nicht immer läuft beim Stillen alles glatt. „Plötzlich scheint das Kind nicht mehr satt zu werden, die Brustwarzen sind wund, die Milch staut sich in der Brust oder die Brust selbst schmerzt und ist entzündet“, heißt es auf dem Portal „Kinder- & Jugendärzte im Netz“.

 

Wunde Brustwarzen entstehen in vielen Fällen durch falsches Anlegen. Der Säugling sollte immer so nah an der Brust sein, dass er neben der Brustwarze auch viel Brustgewebe mit dem Mund zu fassen bekommt. Außerdem sollte die Mama bequem sitzen. Kleine Milchreste sollten nach dem Stillen an der Luft trocknen dürfen – das pflegt. Baumwollwäsche und weiche Stilleinlagen aus Wolle und Seide schonen die Brustwarze, genauso wie kleine Brusthütchen. Salben oder Kompressen können zudem Schmerzen lindern. Über einzelne Produkte kann der Apotheker vor Ort beraten.

 

Milchpumpen als Hilfsmittel

 

Auch ein extremer Milcheinschuss kann zu Problemen führen. Dieser ist an einem starken Spannungsgefühl erkennbar. Die Brust ist dann sehr berührungsempfindlich oder gerötet. Die Experten des Wissenschaftlichen Instituts für Prävention im Gesundheitswesen (WIPIG) empfehlen in diesem Fall feuchtwarme Umschläge, die das Fließen der Milch erleichtern. Mithilfe einer elektrischen oder Hand-Milchpumpe, die es z. B. in Apotheken gibt, kann zwischendurch ein Teil davon abgepumpt werden. Nach dem Stillen lindern dann kalte Umschläge – etwa mit Quark oder Kühlkompressen – die Beschwerden.

Wichtig: Damit genug Milch gebildet wird, sollten Mütter mindestens zwei Liter am Tag trinken sowie ausgewogen und nährstoffreich essen. Auf koffeinhaltige Getränke sollte möglichst verzichtet werden – auf Alkohol während der Stillphase komplett! Manche Frauen wollen oder können nicht stillen. Ihnen empfehlen die WIPIG-Experten die Verwendung von Anfangsnahrung, also Pre-Milch oder 1er-Milch. Die Pre-Milch könne wie Muttermilch bei Bedarf gefüttert werden. 1er-Milch enthält Stärke für eine bessere Sättigung, muss aber nach Packungsplan gegeben werden, da sie sonst für Blähungen sorgen kann.