Pochen, Stechen, Ziehen

Gegen Zahnschmerzen helfen auch Hausmittel wie Gewürznelken, Eisbeutel oder feuchtkalte Tücher auf der Wange. Bei stärkeren Schmerzen helfen Schmerztabletten. (Foto: proDente e.V. / Peter Vogt)
Gegen Zahnschmerzen helfen auch Hausmittel wie Gewürznelken, Eisbeutel oder feuchtkalte Tücher auf der Wange. Bei stärkeren Schmerzen helfen Schmerztabletten. (Foto: proDente e.V. / Peter Vogt)

Zahnschmerzen haben viele Gesichter

Zähne und Zahnhälse können auf Kälte, Wärme, Süßes oder Saures empfindlich reagieren, sie können aber auch richtig schmerzen, ohne dass der Grund auf den ersten Blick ersichtlich ist. Zahnschmerzen können pochend, stechend oder ziehend sein. Dafür kommen verschiedene Ursachen infrage. „Der bekannteste Auslöser ist Karies“, teilt die Initiative proDente auf ihren Internetseiten mit. Aber auch zurückgegangenes Zahnfleisch könne als Auslöser in Betracht kommen. Zahnschmerzen können aber auch beispielsweise ein Symptom für eine Erkältung sein. Dann sind die Atemwege infiziert.

Hauptursache ist mangelnde Zahnpflege

Eine schlechte Zahnpflege führt fast immer zu Karies. Bakterien fressen sich dabei durch Zahnschmelz und Zahnbein und sorgen für kleine Löcher. Die tun anfangs noch nicht weh. Erst, wenn sie den empfindlichen Zahn-Nerv erreicht haben und dieser sich entzündet, kommt es zu den typischen, pochenden Schmerzen. Doch auch übertriebenes Putzen kann die Schutzschicht der Zähne (Zahnschmelz) schädigen. Zudem haben Menschen mit Stoffwechselerkrankungen (z. B. Diabetes) oder Autoimmunerkrankungen wie z. B. Zöliakie ein erhöhtes Risiko, an Karies zu erkranken. Laut der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KZVBW) ist bei Schmerzen immer eine Kontrolle beim Zahnarzt sinnvoll, auch wenn sie nur temporär auftreten. Denn für Zahnschmerzen, egal wie stark oder schwach sie sind, gibt es immer einen Grund.

Ist der Schmerz eher ziehend und reagiert man empfindlich auf kalte, heiße oder süße Lebensmittel, kann es sein, dass an einigen Stellen die Zahnhälse freiliegen. Zahnhälse haben nach Angaben der KZVBW kleinste Öffnungen, in denen Zellfortsätze liegen, die auf Reize durch extreme Temperaturen oder Säuren reagieren. Helfen können hier z. B. Spezial-Zahncremes für empfindliche Zähne. Schmerzen, die nur beim Zubeißen auftreten, können auf eine im Kiefer sitzende Entzündung oder eine Kauüberlastung hinweisen. Beides sollte behandelt werden, damit die Entzündung nicht den Kieferknochen angreift bzw. die Kauüberlastung nicht zu Folgeschäden am Zahn und im Kiefer führt.

Schmerzmittel tragen zur Linderung bei

Bei Kindern gibt es noch eine andere mögliche Ursache für Zahnschmerzen – das Durchbrechen eines neuen Zahns, erklärt die KZVBW. Auch dies könne manchmal recht schmerzhaft sein, ähnlich den Schmerzen, die auch junge Erwachsene verspüren, wenn ihre hintersten Backenzähne (Weisheitszähne) durchbrechen und Druckschmerzen erzeugen.

Gegen Zahnschmerzen kann man sich mit einem alten Hausmittel helfen – Gewürznelken. Man kaut sie vorsichtig, so dass sie ihre Inhaltsstoffe freisetzen. Das lindert die Schmerzen und wirkt zudem entzündungshemmend. Auch Eisbeutel oder feuchtkalte Tücher auf der Wange helfen gegen Beschwerden.

Gegen stärkere Schmerzen und als Einschlafhilfe können natürlich auch Schmerztabletten eingenommen werden. Hier helfen Medikamente, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind wie beispielsweise die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol. Besonders Menschen mit empfindlichem Magen sollten sie in Form von Brausetabletten einnehmen. Welche Dosis für Erwachsene und Kinder die richtige ist, darüber kann auch der Apotheker aufklären.