Plötzliche Gesichtslähmung meist harmlos

Kälte ist ein möglicher Auslöser für die rätselhafte Fazialislähmung. (Foto: Halfpoint / Fotolia)
Kälte ist ein möglicher Auslöser für die rätselhafte Fazialislähmung. (Foto: Halfpoint / Fotolia)

(dbp/cwr) Der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) gibt Entwarnung: Eine plötzlich auftretende Lähmung im Gesicht sei meist nicht gefährlich.

Im Sommer könne beispielsweise ein kontinuierlicher Luftzug, etwa durch die Klimaanlage oder ein geöffnetes Fenster, die Gesichtsmuskeln außer Gefecht setzen.

Diese sogenannte Fazialislähmung werde von den Betroffenen oft als damatisch erlebt: Sie haben beispielsweise herabhängende Mundwinkel und ein unvollständig geschlossenes Auge. Auch tränende Augen, intensiveres Hören, Geschmacksstörungen, Speichelrückgang und Ohrenschmerzen können vorkommen.

„Es wird vermutet, dass verschiedene Faktoren zu entzündlichen Schwellungen führen, die den Nervenkanal verengen und dadurch Druck auf den Nerv ausüben“, sagt Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des BVDN. Bei der überwiegenden Anzahl von Fällen komme die Heilung von ganz allein – und das nach kurzer Zeit. Trotzdem rät der Arzt dazu, die Beschwerden neurologisch untersuchen zu lassen, um andere Erkrankungen wie zum Beispiel einen Schlaganfall, einen Tumor oder Hirnblutungen auszuschließen. In diesen Fällen wären aber laut Bergmann aber nicht nur Teile des Gesichts gelähmt, sondern auch der Arm oder eine Hand.

Die Ursache und der Grad der Schädigung spielen bei der Therapie die entscheidende Rolle. Die Behandlung kann deswegen ganz unterschiedlich aussehen: Antibiotikum, Schmerzmedikamente, krankengymnastische Übungen oder eine Augenklappe, wenn sich das Lid nicht ganz schließen lässt. „Der Krankheitsverlauf ist umso schlechter, je vollständiger die Lähmung ist“, sagt der Nervenarzt. Bleiben die Patienten dauerhaft entstellt – was in den wenigsten Fällen der Fall sei – könne eine plastische Operation in Erwägung gezogen werden.