Pilates macht den Rücken stark

Die tiefliegende Muskulatur des Rumpfes, also in Rücken, Bauch und Beckenboden, wird beim Pilates besonders trainiert. (Foto: nuzza11/Fotolia)
Die tiefliegende Muskulatur des Rumpfes, also in Rücken, Bauch und Beckenboden, wird beim Pilates besonders trainiert. (Foto: nuzza11/Fotolia)

Das Ganzkörpertraining verbessert Haltung und Körperbewusstsein

(dbp/spo) Mehr Kraft, mehr Beweglichkeit, eine bessere Haltung, weniger Rückenschmerzen – und das alles auf einmal? Klingt toll und ist sogar möglich: mit einem regelmäßigen Pilatestraining.

Die Methode ist nicht neu. Aber sie ist inzwischen so etabliert, dass sie nicht nur Sportbegeisterten empfohlen wird, sondern auch Patienten in der Rehabilitation oder Frauen für die Schwangerschaftsrückbildung. Als Präventionsmaßnahme werden Pilateskurse unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst. Doch was ist das Besondere an dem Ganzkörpertraining, aus dem offenbar jedermann einen Nutzen ziehen kann?

Pilates wird in Kursen oder als Einzeltraining angeboten, es kann klassisch auf der Matte oder an speziell entwickelten Pilatesgeräten trainiert werden. Die Übungen finden im Stehen, Sitzen, Liegen, in Rücken-, Bauch- oder Seitenlage statt und haben eines zum Ziel: die großen Muskelketten trainieren, „sodass unsere tragende Mitte – die Wirbelsäule – aufrecht, stabil und beweglich bleibt“, so der Deutsche Pilates-Verband.

Starke Muskeln in der Körpermitte

Das Training konzentriert sich besonders auf die tiefliegenden Muskeln des Rumpfes: Rücken, Bauch und Beckenboden, das sogenannte „Powerhouse“ oder „Core“. Dieses Körperzentrum ist verantwortlich für fast jede große Bewegung, vom Aufstehen und Laufen bis zum Bücken oder Umdrehen. Sind die Muskeln dort ausgewogen trainiert und werden Bewegungen gezielt aus dieser Körpermitte heraus gesteuert, sorgt das fast automatisch für eine bessere Haltung. Dies wiederum kann zum Beispiel Rückenschmerzen lindern. Die zahlreichen Dehnübungen beim Pilates steigern darüber hinaus die Beweglichkeit und lösen Verspannungen.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Weil sich der Kopf während des Trainings voll und ganz auf die korrekte Ausführung der Übungen und die Atmung konzentrieren muss, bleibt kein Raum zum Grübeln oder Probleme wälzen. Das kann entspannend wirken.

Ein Training für alle

Pilates ist laut dem Deutschen Pilates-Verband für alle geeignet: Für Menschen, die viel sitzen. Für Menschen, die bisher kaum Sport getrieben haben und endlich etwas für ihren Körper tun wollen. Für jene, die unter Rückenschmerzen leiden und ihre Haltung verbessern wollen. (Starke Beschwerden sollten allerdings ärztlich abgeklärt werden, bevor einfach ein Gruppenkurs besucht wird.) Und auch für ambitionierte Sportler – etwa als Grundlagentraining und Ergänzung zum Lieblingssport.

Viele Übungen haben große Ähnlichkeit mit den Asanas aus dem Yoga, weshalb Pilates und Yoga in Kursen manchmal miteinander kombiniert werden. Dennoch gibt es Unterschiede. Während der Pilates-Übungen ist zwar auch volle Konzentration gefordert – eine Einheit von Körper und Geist entsteht, die etwas Meditatives hat –, aber einen spirituellen Hintergrund hat Pilates nicht. Im Yoga wiederum gibt es – bis auf Gurte oder Klötzchen – keine Trainingsgeräte.

Angeboten werden Pilateskurse von den meisten Fitnessstudios oder zum Beispiel von spezialisierten Pilates-Studios. Der Name Pilates ist allerdings nicht geschützt, weshalb die Trainer sehr unterschiedlich ausgebildet sind. Jene, die sich nach den Standards des Deutschen Pilates-Verbands haben ausbilden lassen, halten bestimmte Qualitätskriterien ein.