Physiotherapie gehört nicht nur zur Nachsorge

Wer schon vor der Hüft-OP physiotherapeutisch behandelt wird, kommt nach dem Eingriff rascher wieder auf die Beine.  (Foto: IFK)
Wer schon vor der Hüft-OP physiotherapeutisch behandelt wird, kommt nach dem Eingriff rascher wieder auf die Beine. (Foto: IFK)

Kräftigungsübungen sind schon im Vorfeld der Gelenkoperation sinnvoll.

(dbp/auh) Physiotherapie ist ein fester Bestandteil der Nachsorge bei Patienten mit einem künstlichen Gelenk. Wer zusätzlich bereits vor der Operation unter professioneller Anleitung seine Muskeln stärkt und bestimmte Bewegungsabläufe einübt, kommt nach dem Eingriff rascher wieder auf die Beine.

Zahlreiche Studien belegen diese Aussage insbesondere für Patienten, die aufgrund einer starken Arthrose eine Hüftprothese bekommen, so der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK). Mobilisierung der eingeschränkten Hüftbeweglichkeit, Dehnungen der unteren Extremität und Kräftigungsübungen stehen im Vordergrund der physiotherapeutischen Behandlung vor dem Eingriff. Sie führt dazu, dass die Patienten „in einem besseren körperlichen Zustand in die Operation gehen“, wie es die IFK-Vorsitzende Ute Repschläger formuliert. Außerdem erholen sich die Patienten nach dem Eingriff schneller, sie brauchen nachweislich weniger intensive Reha-Maßnahmen.

Studien belegen Wirksamkeit

In einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2014, die auch den Faktor Kosteneffizienz berücksichtigt, wurde ermittelt, dass sich durch Physiotherapie vor der Knie- oder Hüftgelenkoperation die postoperativen Aufwendungen um etwa 29 Prozent reduzieren lassen. Eine australische Meta-Studie untersuchte 2013, inwieweit die Physiotherapie Menschen helfen kann, die auf eine Gelenkersatz-OP warten. Im Ergebnis nutzte die Behandlung nur den Hüftgelenkpatienten. Sie hatten weniger Schmerzen und konnten ihre Beweglichkeit verbessern.

Die physiotherapeutische Behandlung vor dem Eingriff kann die Patienten nicht nur körperlich stärken, sondern auch mental. Denn eine derart tief greifende Operation wie der Einbau einer Gelenkprothese ist bei vielen Menschen mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Offene Fragen können vom erfahrenen Physiotherapeuten beantwortet und viele Bedenken ausgeräumt werden.

Informationen machen sicher

Der Physiotherapeut informiert über die Hilfsmittel, die der Patient nach der OP braucht, erklärt schon mal, wie die Gehstützen korrekt eingesetzt werden und gibt Tipps für den Alltag mit dem neuen Gelenk. Das alles gibt Sicherheit und trägt viel zur Entspannung bei.

Gleich nach der Operation – zum Teil schon am selben Tag – geht es weiter mit der Bewegungstherapie. In der Regel können und sollen die Patienten aufstehen und erste Gangübungen an zwei Gehstützen machen. Es geht zunächst darum, dem neuen Gelenk zu vertrauen und eine durch den Arthroseschmerz angewöhnte Schonhaltung aufzugeben.

In der Reha werden neue Bewegungsabläufe eingeübt. „Erst das Wiedererlernen alltagsrelevanter Aktivitäten mit Hilfe des Physiotherapeuten ermöglicht den Menschen mit Hüftgelenksendoprothesen die volle Rückkehr in das soziale Leben“, erklärt Ute Repschläger.

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