Pflegetipps für Kontaktlinsenträger

Der Aufbewahrungsbehälter für die Kontaktlinsen muss regelmäßig gereinigt und auch ausgetauscht werden. (Foto: Fotolia / Knut Wiarda)
Der Aufbewahrungsbehälter für die Kontaktlinsen muss regelmäßig gereinigt und auch ausgetauscht werden. (Foto: Fotolia / Knut Wiarda)

Penibel auf Hygiene achten.

(dbp/auh/fru) Ganz gleich zu welcher Jahreszeit: Kontaktlinsen erleichtern den Alltag ungemein. Stark Kurzsichtigen würde sich z. B. als Brillenträger erst mal die Sicht verschließen, wenn sie in der kalten Jahreszeit in den Bus steigen oder ein Geschäft betreten. Wie dichter Nebel legt sich das Kondenswasser dann auf die Brillengläser. Sicht gleich Null. Mit Kontaktlinsen passiert so etwas nicht. In der Sauna sollte die Brille ebenfalls abgenommen werden, die Kontaktlinsen können jedoch im Auge bleiben.

Und bei Sonnenschein haben Kontaktlinsen nicht nur einen praktischen Nutzen, sondern auch einen sehr großen finanziellen Vorteil: Eine gute Sonnenbrille mit Gläsern in der eigenen Sehstärke kann bei einer hohen Dioptriezahl schnell mehrere hundert Euro kosten. Sonnenbrillen ohne Sehstärke sind erheblich günstiger und ermöglichen daher dem modebewussten Sonnenanbeter, gleich mehrere Modelle für verschiedene Gelegenheiten zu erwerben.

Voraussetzung sind gesunde Augen

Basis für das Tragen von Kontaktlinsen sind zunächst gesunde Augen. Deshalb raten Augenärzte vor der Anpassung zu einem Augen-Check. Dazu gehören die Messung der Lidspaltenbreite, die Größenbestimmung der Hornhaut und ihrer Radien sowie die Ermittlung der Korrektionswerte. Wichtig ist auch ein intakter Tränenfilm, damit die Linsen auf dem Film schwimmen können. Wer unter trockenen Augen leidet, braucht ein besonders sauerstoffdurchlässiges Linsenmaterial. Gibt der Augenarzt grünes Licht, steht der Kontaktlinsenanpassung im Grunde nichts mehr im Wege.

Nach Angaben des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands (BVA) lassen sich dank der Vielfalt der Kontaktlinsentypen fast alle Formen von Fehlsichtigkeit korrigieren. Welcher Linsentyp der Beste ist, hängt von zahlreichen individuell verschiedenen Faktoren ab, zunächst natürlich von der Art der Fehlsichtigkeit: Bei hohem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) oder Keratokonus (einer krankhaften Vorwölbung und Verdünnung der Hornhaut) sind weiche Linsen beispielsweise ungeeignet. In solchen Fällen werden eher formstabile Kontaktlinsen angepasst.

Viren und Keime vom Auge fernhalten

Sowohl bei weichen als auch bei harten Linsen sollte penibel auf Hygiene geachtet werden. In der Praxis bedeutet das zum Beispiel:

  • Vor dem Reinigen, Einsetzen und Herausnehmen immer die Hände waschen.
  • Das Pflegemittel entsprechend der Anleitung immer nur für den vorgesehenen Linsentyp benutzen und die Linse mit den Fingern sanft abreiben. So lassen sich hartnäckige Ablagerungen und Proteine entfernen.
  • Auch den Aufbewahrungsbehälter regelmäßig reinigen und austauschen.
  • Farbige Spaß-Kontaktlinsen nicht auf einer Party mit anderen tauschen – so können Keime ins Auge geraten und Infektionen entstehen.

Ein- bis zweimal im Jahr sollten Kontaktlinsenträger Augen und Linsen beim Augenarzt oder Optiker überprüfen lassen. Außerdem ist es wichtig, für Notfälle trotzdem eine Brille griffbereit zu haben. Der Grund: Zum Beispiel bei einer Erkältung sind Kontaktlinsen tabu, denn trotz aller Hygiene besteht die Gefahr, dass Viren ins Auge geraten.