Pflegende Angehörige sind psychisch überlastet

Pflege ist körperlich und psychisch eine große Belastung für viele Angehörige. (Foto: GordonGrand / Fotolia)
Pflege ist körperlich und psychisch eine große Belastung für viele Angehörige. (Foto: GordonGrand / Fotolia)

(dbp/auh) 20 Prozent der pflegenden Angehörigen in Deutschland leiden an einer Depression.

Das ist ein Ergebnis des Pflegereports der Krankenkasse DAK, der am 24. September 2015 in Berlin vorgestellt wurde.

Für den DAK-Pflegereport wurden die Daten von 500.000 Versicherten ausgewertet sowie eine Vergleichsstudie unter 12.000 pflegenden Angehörigen und eine repräsentative Forsa-Umfrage durchgeführt.

Pflegende Angehörige – und das sind immer noch zu 90 Prozent Frauen – leiden aber nicht nur psychisch unter der verantwortungsvollen und zeitintensiven Aufgabe. Häufig ist die körperliche Belastung so stark, dass Muskel-Skelett-Erkrankungen ärztlich behandelt werden müssen. Ein Viertel der Befragten fühlt sich zusätzlich finanziell überfordert.

Das Gefühl der Belastung korrespondiert mit der Pflegestufe des betreuten Angehörigen. Geben bei Pflegestufe eins 45 Prozent eine hohe Belastung an, sind es bei Stufe zwei schon 60, bei Stufe 70 Prozent aller Befragten. Die meisten, 71 Prozent, stehen unter Zeitdruck, fast ebenso viele geben an, dass sie die Pflege psychisch überfordern würde.

Hilfsangebote wie zum Beispiel kostenlose Kurse der Pflegekassen, sind bei zwei Drittel der Befragten bekannt, aber nur ein Fünftel nutzt diese auch. Die meisten haben schlicht keine Zeit dafür – ein Teufelskreis.