Pflege in den eigenen vier Wänden

Wer pflegebedürftig ist und sich durch nahestehende Personen (z. B. Angehörige oder Freunde) pflegen lässt, hat Anspruch auf Pflegegeld. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)
Wer pflegebedürftig ist und sich durch nahestehende Personen (z. B. Angehörige oder Freunde) pflegen lässt, hat Anspruch auf Pflegegeld. (Foto: Fotolia / Robert Kneschke)

Unterstützung gibt es in Form von Geld- und Sachleistungen.

(dbp/fru) Viele Pflegebedürftige wünschen sich eine Pflege zu Hause, entweder durch Angehörige und Freunde oder – wenn das nicht möglich ist – durch ambulante Pflegedienste. Seit Anfang 2017 wurden die „Pflegestufen“ durch die „Pflegegrade“ ersetzt. Der Pflegegrad ergibt sich dabei aus der Addition der in verschiedenen Modulen ermittelten Punktwerte zu einem Gesamtpunktwert. „Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wächst die Zahl der Versicherten, die Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung haben, da die Unterstützung deutlich früher ansetzt“, erklärt das Bundesgesundheitsministerium. Welcher Pflegegrad für die Berechnung möglicher Leistungen zugrunde gelegt wird, hängt von der Bewertung des Gesundheitszustandes des Pflegebedürftigen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) ab und der konkreten Zusage durch die Pflegekasse.

Pflegegeld und Pflegesachleistung

Der Sozialverband VdK Rheinland-Pfalz erklärt, für wen, welche Leistungen, in welcher Höhe zur Verfügung gestellt werden. Hauptsächlich wird dabei zwischen Geld- und Sachleistungen unterschieden: „Pflegegeld erhält, wer sich entweder durch nahestehende Personen (zum Beispiel Angehörige oder Freunde) pflegen lässt oder aber professionelle Pflege selbst – ohne Abrechnung über die Pflegekasse – sicherstellt, sei es durch einen Pflegedienst oder eine bei dem Pflegebedürftigen angestellte Pflegekraft.“ Ein Anspruch auf Pflegegeld besteht ab dem Pflegegrad 2. Hier werden zwischen monatlich 316 Euro für den Pflegegrad 2 bis zu 901 Euro für den Pflegegrad 5 ausgezahlt.

Die Pflegesachleistung wird hingegen gewährt, wenn die Pflege durch einen professionellen Pflegedienst erfolgt und die Pflegekräfte die Leistung über die Pflegekasse abrechnen. Ein Anspruch besteht auch hier ab dem Pflegegrad 2. Dafür werden monatlich bis zu 689 Euro zur Verfügung gestellt. Wenn der Pflegebedürftige im Pflegegrad 5 eingestuft ist, können bis maximal 1 995 Euro erstattet werden.

Man kann auch Kombileistung wählen

Der VdK weist darauf hin, dass es auch weiterhin möglich sei, Pflegesachleistung und Pflegegeld zu kombinieren: „Dazu wird berechnet, welcher Anteil des maximalen Pflegesachleistungsbetrags bereits ausgeschöpft wurde. Um so viel Prozent wird das Pflegegeld gekürzt. An die Aufteilung der Leistungen ist der Pflegebedürftige sechs Monate lang gebunden.“ Eine solche Wahl macht beispielsweise Sinn, wenn ein ambulanter Pflegedienst Pflegetätigkeiten übernehmen soll, die von den Angehörigen nicht geleistet werden können.

Des Weiteren können Pflegebedürftige aller Pflegegrade (1 bis 5), die zu Hause gepflegt werden, sogenannte zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen, die mit den anderen Leistungsansprüchen nicht verrechnet werden. Dabei handelt es sich um einen zweckgebundenen, einheitlichen Entlastungsbetrag in Höhe von bis zu 125 Euro monatlich. Er kann z. B. zur Finanzierung einer teilstationären Tages- oder Nachtpflege, einer vorübergehenden vollstationären Kurzzeitpflege oder von Leistungen ambulanter Pflegedienste verwendet werden, erklärt das Bundesministerium für Gesundheit. Ein Übertrag von nicht (vollständig) ausgeschöpften Beträgen kann sowohl in die Folgemonate innerhalb des jeweiligen Kalenderjahres erfolgen als auch in das darauffolgende Kalenderhalbjahr übertragen werden.