Pfeifen, Rauschen, Brummen

Ein Hörsturz macht sich oft morgens nach dem Aufstehen auf einem Ohr bemerkbar. Er verursacht eine Hörminderung und ein unangenehmes Gefühl im Ohr. (Foto: Fotolia / motortion)
Ein Hörsturz macht sich oft morgens nach dem Aufstehen auf einem Ohr bemerkbar. Er verursacht eine Hörminderung und ein unangenehmes Gefühl im Ohr. (Foto: Fotolia / motortion)

Ein Hörsturz tritt plötzlich auf und beeinträchtigt das Hörvermögen.

(iwg/fru) Das Spektrum der Beeinträchtigungen reicht bei einem Hörsturz von leichter Schädigung bis zur Taubheit. Ein Hörsturz tritt plötzlich auf und beeinträchtigt das Hörvermögen meistens nur einseitig. Experten sprechen auch vom „Infarkt im Ohr“. Laut Deutschem Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte verspüren Betroffene ein dumpfes Gefühl im Ohr, als ob sie „Watte im Ohr“ hätten. Auch Ohrgeräusche (akuter Tinnitus) können hinzukommen, Schmerzen treten jedoch nicht auf. „Ein Hörsturz muss ernst genommen werden. Patienten mit einer plötzlichen Hörstörung sollten sich innerhalb weniger Tage bei einem HNO-Arzt vorstellen“, empfiehlt der Berufsverband auf seinen Internetseiten „HNO-Ärzte im Netz“.

Ursache unbekannt

Ein Hörsturz kann prinzipiell in allen Altersgruppen auftreten, nur bei Kindern tritt er selten auf. In Deutschland erleiden jährlich mehr als 150 000 Menschen einen Hörsturz. Dieser kann sich durch ein Pfeifen, Rauschen oder Brummen im Ohr bemerkbar machen. Die Ursachen sind oft nicht genau zu klären. Experten vermuten, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu Durchblutungsstörungen des Innenohres führt. Stress spielt bei der Entstehung eines Hörsturzes sehr wahrscheinlich auch eine große Rolle.

Die Durchblutungsstörungen können aber auch aufgrund von Problemen mit der Wirbelsäule auftreten oder durch die vermehrte Ausschüttung von Adrenalin bei emotionaler Anspannung sowie Verschleißerscheinungen der Halswirbelsäule (z. B. im Zuge eines Schädeltraumas), erklären die „HNO-Ärzte im Netz“. Und nicht zuletzt gelten auch Blutdruckschwankungen, übermäßiger Nikotingenuss, ein Schlaganfall oder Grunderkrankungen, die zu Gefäßveränderungen im Innenohr führen, als Risikofaktoren eines Hörsturzes.

Durchblutungsstörungen führen dazu, dass die Versorgung mit Nährstoffen und der Abtransport von Stoffen im Innenohr behindert wird. Durch eine verminderte Durchblutung werden vor allem die Sinnes- bzw. Haarzellen des dort angesiedelten Hörorgans geschädigt, wodurch die Druckschwingungen von Schallwellen nicht mehr richtig aufgenommen werden können.

Bei bleibender Hörminderung helfen Hörgeräte

In der Regel verschwinden bei einem Hörsturz die Symptome zwar mit der Zeit wieder. Bleibt das taube Gefühl im Ohr bestehen, sollte aber ein Termin beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt ausgemacht werden. Dieser untersucht zunächst den Gehörgang, um auszuschließen, dass z. B. ein Pfropf aus Ohrenschmalz schuld an den Hörproblemen ist. Auch ein Infekt sollte als Ursache ausgeschlossen werden. Wenn dann tatsächlich ein Hörsturz diagnostiziert wird, besteht die Therapie der Wahl in der Gabe von Kortison. Das Hormon wirkt entzündungshemmend und kann als Infusion, in Tablettenform oder anhand einer Spritze gegeben werden.

Es kann jedoch auch sein, dass die Kortison-Therapie nicht anschlägt und das Hörvermögen dauerhaft beeinträchtigt bleibt. Dann helfen bestimmte Hörgeräte, um den einseitigen Hörverlust auszugleichen. Diese lassen sich so programmieren, dass sie genau die fehlenden Frequenzen an das Trommelfell weiterleiten. Zudem können sie helfen, wenn mit dem Hörsturz auch ein störender Tinnitus aufgetreten ist.