PAVK wird oft zu spät erkannt

Für Menschen, die älter als 55 und übergewichtig sind, besteht ein erhöhtes Risiko, an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) zu erkranken. (Foto: SENTELLO / Fotolia)
Für Menschen, die älter als 55 und übergewichtig sind, besteht ein erhöhtes Risiko, an einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) zu erkranken. (Foto: SENTELLO / Fotolia)

Bei entsprechender Früherkennung lässt sich die Gefäßerkrankung noch behandeln.

(dbp/abz) Aufgrund der Tatsache, dass die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) über viele Jahre beschwerdefrei verläuft, wird sie oft erst erkannt, wenn Sie in einem fortgeschrittenen Stadium ist. Erst im zweiten Stadium treten Schmerzen beim Gehen auf, im dritten tun die Füße auch beim Liegen weh, im finalen Stadium kann das über so viele Jahre unterversorgte Gewebe nicht mehr gerettet werden: Etwa 60.000 Amputationen müssen in Deutschland jährlich wegen einer PAVK vorgenommen werden.

Früherkennung ist möglich

Trotz dieser dramatischen Auswirkungen wird die Krankheit nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA) immer noch unterschätzt. Gerade deshalb ist eine vorsorgliche Gefäßuntersuchung sinnvoll. Doch die gehört nicht zu den Regelleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die Kosten werden nur dann übernommen, wenn bereits ein ärztlich dokumentierter Verdacht auf PAVK besteht.

ABI-Messung keine Kassenleistung

Als reine Früherkennungsuntersuchung ist der Gefäß-Check eine sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die gesetzlich versicherte Patienten selbst bezahlen müssen. Die Kosten schwanken je nach Aufwand zwischen 20 und 50 Euro. Die Diagnosemethode heißt ABI-Messung. Die Abkürzung ABI steht für den englischen Begriff „ankle brachial index“, zu Deutsch: Knöchel-Arm-Index. Um den Index zu ermitteln, wird der systolische Blutdruck am Fußknöchel durch den am Oberarm geteilt.  Erhöhter Blutdruck schädigt auf Dauer die innere Arterienschicht, dadurch verschlechtert sich die Gefäßelastizität. Die DGA rät zu regelmäßigen, ärztlichen Kontrollen des Blutdrucks. Dieser wird in mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) angegeben. „Wer als oberen Wert (Systole) über 140 mmHg und als unteren Wert (Diastole) über 90 mmHg hat, sollte auf jeden Fall seinen Arzt um Rat fragen“, empfehlen die Gefäßspezialisten.

Besonders Risikogruppen sollten zur Früherkennung

Das erhöhte Risiko für PAVK, das sowohl Typ-1- als auch Typ-2-Diabetiker betrifft, kann nach Angaben des Deutschen Diabetes-Zentrums reduziert werden. Zum einen müsse der Diabetes „gut eingestellt“ werden (verbesserte HbA1c-Werte), zum anderen führe eine Senkung des Blutdrucks (des systolischen Blutdrucks um 10 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 5 mmHg) nachweislich zu einer deutlichen Verminderung des kardiovaskulären Risikos.

Die schädlichen Folgen des Rauchens schildert die DGA sehr deutlich: „Jeder Zigarettenzug verändert im Blut eine Milliarde Sauerstoffmoleküle in freie Radikale, die wie Torpedos die Gefäßwände angreifen.“ Auch wer nur unregelmäßig raucht,  gefährdet seine Arteriengesundheit. Daher der Rat: „Versuchen Sie dringend, mit dem Rauchen aufzuhören.“

Für sich genommen, sind erhöhte Blutfettwerte (LDL-Cholesterin und Triglyceride), Bewegungsmangel und Übergewicht keine eigenständigen Risikofaktoren für Arteriosklerose. Treten sie aber zusammen auf oder kommen weitere Faktoren hinzu, wie zum Beispiel Diabetes, Rauchen und Bluthochdruck, dann steigt das Gesamtrisiko deutlich an.

Die DGA empfiehlt die Untersuchung allen Menschen ab 55 Jahren mit mindestens einem der Risikofaktoren für PAVK: Raucher, Diabetiker, Patienten mit Bluthochdruck, starkem Übergewicht oder hohen Blutfettwerten.