Parodontitis führt unbehandelt zu Zahnverlust

Für Menschen mit hohem Parodontitis-Risiko ist die Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt ein gutes Mittel, um Neuentzündungen vorzubeugen. (Foto: Fotolia / contrastwerkstatt)
Für Menschen mit hohem Parodontitis-Risiko ist die Professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt ein gutes Mittel, um Neuentzündungen vorzubeugen. (Foto: Fotolia / contrastwerkstatt)

Die Zähne sind durch Entzündungen von Zahnfleisch und Knochen bedroht.

(dbp/abz) Neben der Karies ist die Parodontitis – umgangssprachlich und fälschlicherweise oft als Parodontose bezeichnet – die häufigste Erkrankung, welche unsere Zähne bedroht. Die Parodontitis ist eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnhalteapparates, sprich des Bindegewebes und der Knochen. Ist nur das Zahnfleisch betroffen, spricht man von einer Gingivitis. Diese Erkrankung geht der Parodontitis meist voraus. Die aus dem Griechischen stammende Endung „-itis“ bezeichnet stets eine Entzündung. In dem veralteten Begriff Parodontose hingegen schwingt die fälschliche Annahme mit, es sei nur eine lokale Erkrankung.

Wer unter einer Parodontitis leidet und nichts dagegen unternimmt, dem droht langfristig der Zahnverlust. Darüber hinaus bestehen vielfältige Wechselwirkungen zwischen der Zahnbetterkrankung und mehreren Allgemeinerkrankungen, zum Beispiel Diabetes. Eine unbehandelte Parodontitis erhöht das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Und umgekehrt fördert ein schlecht eingestellter Diabetes das Risiko für Entzündungen.

Parodontitis macht  zunächst keine Beschwerden

Früherkennung ist bei Parodontitis besonders wichtig. Doch der Betroffene selbst spürt oft gar nichts von der beginnenden Erkrankung, denn weder die der Parodontitis vorausgehende Zahnfleischentzündung noch die Zahnbetterkrankung selbst verursacht Schmerzen. Ein typisches Warnzeichen ist häufiges Zahnfleischbluten. Das tritt aber nicht in jedem Fall auf. Bei Rauchern ist es eher selten, denn das Nikotin im Zigarettenrauch verengt die Blutgefäße der Mundschleimhaut. Die Folge: Zahnfleisch bei Rauchern blutet nicht so leicht. Es sieht auch kaum gerötet oder geschwollen aus, wie es bei entzündetem Zahnfleisch normalerweise der Fall wäre.

Regelmäßige Kontrolle ist wichtig

Die spezielle Untersuchung auf Parodontitis, die Erhebung des Parodontalen Screening Index (PSI) wird alle zwei Jahre von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Bei der Untersuchung führt der Zahnarzt eine kleine Mess-Sonde in den Spalt zwischen Zahn und Zahnfleisch ein. Bei Gesunden ist diese „Zahnfleischtasche“ nur maximal zwei bis drei Millimeter tief. Misst der Zahnarzt dagegen eine Taschentiefe von mehr als 3,5 Millimeter und sind bereits Zahnhaltefasern zerstört, dann liegt eine Parodontitis vor.

Zur Vorbeugung der Parodontitis genügt bei gesunden Personen das folgende dreiteilige Mundhygieneprogramm:

  1. Täglich mindestens zweimal die Zähne putzen und einmal am Tag die Zahnzwischenräume reinigen.
  2. Die regelmäßigen Kontrolltermine beim Zahnarzt wahrnehmen.
  3. Öfter eine professionelle Zahnreinigung (PZR) machen lassen.

Die PZR beim Zahnarzt entfernt Beläge auch an Stellen, die beim Putzen zu Hause nicht erreicht werden. Deshalb ist die PZR ein gutes Mittel, um sowohl bestehende Entzündungen einzudämmen, als auch neue zu vermeiden. Einmal im Jahr empfehlen Zahnärzte jedem ihrer Patienten eine vorbeugende PZR. Ist das Parodontitisrisiko besonders groß, kann es sinnvoll sein, die Zähne häufiger reinigen zu lassen. Das sollte individuell mit dem behandelnden Zahnarzt besprochen werden.