Parasiten: Tierchen, die unter die Haut gehen

Barfuß am Strand – in tropischen Ländern eine Einladung für Hautparasiten. (Foto: Bilderbox)
Barfuß am Strand – in tropischen Ländern eine Einladung für Hautparasiten. (Foto: Bilderbox)

Die Infektion mit tropischen Hautparasiten ist unangenehm, aber meist harmlos

(dbp/auh) Nicht alle Reisesouvenirs sind mit schönen Erinnerungen verbunden. Zu den unerwünschten Urlaubsandenken zählen exotische Krankheiten, die zum Beispiel von mitgebrachten Parasiten ausgelöst werden. Wenn nach der Rückkehr aus tropischen Ländern zu Hause plötzlich Hautveränderungen auftauchen, ist das ein – manchmal kniffliger – Fall für den Hautarzt.

Dermatologen müssen gerade in der Zeit nach den „großen Ferien“ eine gute Spürnase haben, um herauszufinden, was die Beschwerden ihrer Patienten verursacht. Denn nicht alle Parasiten hinterlassen so eindeutige Spuren wie der sogenannte Hautmaulwurf (Larva migrans).

Verräterische Spuren des Hautmaulwurfs

Dabei handelt es sich um die Larve des Hakenwurms. Dieser Parasit ist vor allem in der Karibik, in Mittelamerika und in Malaysia anzutreffen. Dort lebt er im Darm von Katzen und Hunden. Im Menschen fühlen sich seine Larven eigentlich gar nicht wohl, er ist ein sogenannter „Fehlwirt“. Deshalb sterben die lästigen Eindringlinge in der Regel von allein ab, spätestens nach ein paar Wochen. Doch vorher verursachen sie sehr starken Juckreiz und eben die typischen Spuren: Bei ihrer Wanderung durch das Unterhautgewebe legt die Larva migrans pro Tag zwei bis drei Zentimeter zurück, die sich in rötlich-entzündeten, sehr fein geschlängelten, leicht erhabenen Zick-Zack-Linien auf der Haut abzeichnen. Zur Beschleunigung der Heilung gibt es Cremes und Tabletten.

Weit verbreitet: die Orientbeule

Die kutane Leishmaniose, wie die Orientbeule offiziell heißt, ist ebenfalls nicht lebensgefährlich, kann aber schlimme, entstellende Narben hinterlassen, hauptsächlich im Gesicht und an Armen und Beinen. Die Erreger (Leishmanien) werden durch den Stich der Sandmücke übertragen, und das nicht nur im Orient, sondern in vielen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und sogar im Mittelmeerraum.

Zwei bis zwölf Wochen nach der Übertragung erscheint ein kleines entzündetes Pickelchen, das zu einer Schwellung heranwächst und schließlich zum Geschwür wird. Das Geschwür ist unregelmäßig konturiert und hat leicht erhabene, manchmal verhornte Ränder. Es gibt viele verschiedene Leishmanien-Arten und dementsprechend unterschiedliche Verläufe der Infektion. Manche Geschwüre nässen und breiten sich aus, andere heilen von selbst ab. Die Therapie sollte in Absprache mit einem tropenmedizinisch erfahrenen Arzt erfolgen.

Den kleinsten Floh der Welt im Fuß

Die Sandflohkrankheit (Tungiasis) ist in ganz Lateinamerika verbreitet, auf den karibischen Inseln und in Afrika südlich der Sahara. Erreger ist der kleinste Floh der Welt, der Tunga penetrans. Wer an den Stränden Brasiliens, Venezuelas oder Westafrika barfuß läuft, ist besonders gefährdet, Besuch vom Sandflohweibchen zu bekommen. Es bohrt sich in die Haut, gerne zwischen die Zehen oder unter den Zehennagel, und beginnt zu wachsen – um das 2.000-fache bis auf maximal Erbsengröße. Dann beginnt es mit der Eiablage.

Meist wird die Infektion erst in diesem Stadium bemerkt, weil der expandierende Floh ins umliegende Gewebe drückt. Die beste Therapie: Vom erfahrenen Dermatologen mit geeignetem Werkzeug herausschneiden lassen.

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