Osteoporose: Patienten unter 50 fallen durchs Raster

Osteoporose kann auch in jungen Jahren auftreten. (Foto:  Benjamin Thorn / Fotolia)
Osteoporose kann auch in jungen Jahren auftreten. (Foto: Benjamin Thorn / Fotolia)

(dbp/auh) Osteoporose ist keine reine Alterserscheinung, auch jüngere Menschen sind von dem krankhaften Verlust an Knochenmasse betroffen.

Schätzungen zufolge leiden rund acht Millionen Menschen in Deutschland an Osteoporose. Doch die Dunkelziffer ist weit höher. „Gerade jüngere Menschen unter 50 Jahren fallen durchs Raster, weil Osteoporose fälschlicherweise bis heute als Erkrankung des höheren Lebensalters angesehen und bei jüngeren Menschen auch nach einem verdächtigen Knochenbruch häufig nicht diagnostiziert wird“, erklärt Professor Michael Amling, Direktor des Instituts für Osteologie und Biomechanik am Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf (UKE).

Der Knochen hat die Fähigkeit, sich alle sechs Jahre vollständig zu erneuern. Allerdings reduziert sich die Knochenmasse bei den meisten Menschen etwa ab dem 30. Lebensjahr um circa ein Prozent jährlich. Dies führt in aller Regel erst in höherem oder hohem Alter zu Komplikationen. Baut sich der Knochen jedoch schneller ab oder wird er gar nicht erst regulär aufgebaut, kann es bereits weit vor dem 50. Lebensjahr zu Frakturen und nachfolgend zu starken Einschränkungen der Lebensqualität kommen.

Welche Gründe es für eine früh einsetzende Osteoporose gibt und wie sie zielgerichtet therapiert werden kann, wollen die Wissenschaftler am UKE in einem neuen, multizentrischen Forschungsverbund mit dem Namen DIMEOs („Detection and Individualized Management of Early Onset Osteoporosis“) herausfinden. In einer klinischen Studie wollen die Osteologen innerhalb der nächsten fünf Jahre 500 Osteoporose-Patienten unter 50 Jahren untersuchen. Ziel der Forscher ist es, spezifische Genmutationen aufzuspüren, die als Auslöser einer frühzeitig einsetzenden Osteoporose in Frage kommen. „Die Erkenntnisse, die wir hoffen daraus zu gewinnen, sind nicht nur für eine individualisierte Therapieoptimierung von entscheidender Bedeutung, sondern könnten auch Ansatzpunkte für neue Medikamente liefern“, erläutert Studienleiter Amling.