Osteoporose-Medikament kann Nährstoffräuber sein

Coenzym Q10 (Ubichinon) ist ein wichtiger Mikronährstoff für alle Körperzellen. (Foto: Zerbor / Fotolia)
Coenzym Q10 (Ubichinon) ist ein wichtiger Mikronährstoff für alle Körperzellen. (Foto: Zerbor / Fotolia)

(dbp/auh) Muskel-, Knochen- und Gelenkschmerzen gehören zu den möglichen Nebenwirkungen der gängigen Osteoporose-Medikamente (Aminobisphosphonate).

Wissenschaftler aus Kiel (Uni und Uni-Klinikum) haben nun herausgefunden, woran das liegen könnte: Werden Aminobishosphonate entweder hochdosiert oder über einen längeren Zeitraum eingenommen, bildet der Körper nicht mehr genug Coenzym Q10. Auch ein Mangel an Vitamin E ist die Folge.

Für ihre Studie haben die Mediziner 71 Frauen im Alter von 68 bis 79 Jahren untersucht, die unter Osteoporose leiden und keine weitere Erkrankung haben. Unter der Medikation mit Aminobisphosphonaten sank sowohl ihr Vitamin-E-Spiegel (Gamma-Tocopherol) als auch ihr Coenzym-Q10-Wert.

Dieser wichtige Mikronährstoff wird auch Ubichinon genannt, weil er in allen Körperzellen vorkommt (ubi bedeutet überall). In den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, ist er für die Energiegewinnung zuständig. In den Zellen mit dem höchsten Energiebedarf (Herzmuskel) findet sich am meisten Coenzym Q10. Der vitaminähnliche Stoff wird vom Körper selbst produziert und kann von außen zugeführt werden.

Zu den Coenzym-Q10-Räubern unter den Medikamenten zählen auch Statine, die zur Senkung des Cholesterinspiegels verschrieben werden. Diese Medikamente führen ebenfalls bei vielen Patienten zu Muskelschmerzen. Möglicherweise könnte eine begleitende Einnahme von Coenzym Q10 die Nebenwirkungen verringern oder sogar verhindern.