Operative Behandlung der Bauchorgane

Viszeralchirurgen sind Spezialisten auf dem Gebiet der Bauchchirurgie. (Foto: Fotolia / Gorodenkoff)
Viszeralchirurgen sind Spezialisten auf dem Gebiet der Bauchchirurgie. (Foto: Fotolia / Gorodenkoff)

Die Viszeralchirurgie ist ein Spezialgebiet der Chirurgie.

(iwg/fru) Wenn Patienten beim Viszeralchirurgen vorstellig werden müssen, bedeutet das oft nichts Gutes. Denn meistens steht dann eine Operation des Bauchraumes an. Die Viszeralchirurgie verdankt ihren Namen dem lateinischen Wort „viscera“, was so viel wie „Eingeweide“ bedeutet. Sie umfasst jedoch nicht nur die Abdominalchirurgie (Bauchchirurgie), sondern teilweise auch die operative Behandlung von Speiseröhre und Enddarm, der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse sowie die Transplantation von Bauchhöhlenorganen.

Spezialisten in der Tumorchirurgie

Der Viszeralchirurg ist aber in erster Linie der Experte für die Operation von Magen, Dünn- und Dickdarm, Leber, Nieren, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse oder der Milz. Dabei behandelt er unter anderem akute Verletzungen, Tumoren, Entzündungen und Fehlbildungen. „Der Viszeralchirurg beherrscht zudem die Sonographie und Endoskopie“, heißt es auf dem Portal www.chirurg-werden.de des Berufsverbands der Deutschen Chirurgen (BDC). Das ist ein ganz schön großes Aufgabenfeld und bringt auch eine entsprechend lange Weiterbildung von mindestens sechs Jahren mit sich. Werden im Gebiet der Chirurgie sogar zwei Facharztkompetenzen erworben, so beträgt die gesamte Weiterbildungszeit mindestens neun Jahre. In diesen Jahren können die Chirurgen viel Erfahrung auf ihrem Gebiet sammeln.

Ein großes Teilgebiet der Viszeralchirurgie ist die Tumorchirurgie und die Metastasenchirurgie. Das ist oft die einzige verbleibende Möglichkeit, einem Patienten das Leben zu retten. Bei der großen Tumorchirurgie von Speiseröhre, Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse arbeiten die Viszeralchirurgen eng mit zahlreichen anderen Fachgebieten zusammen, immer öfter in sogenannten Tumorzentren. Denn für den Behandlungserfolg ist neben der umfangreichen Operation auch die enge Zusammenarbeit mit Onkologen und Strahlentherapeuten erfolgsentscheidend. So werden Tumorpatienten mitunter wöchentlich in fachübergreifenden Tumorkonferenzen besprochen und die Ärzte legen gemeinsam die Therapie fest.

Laparoskopische Verfahren bieten Vorteile

Viele Operationen lassen sich heutzutage sehr gut mittels laparoskopischer Verfahren (Schlüsselloch-Chirurgie) operieren. Diese Operationstechnik kann für den Patienten deutlich schonender sein, denn es wird mit nur kleinen Schnitten gearbeitet. Große Schnitte durch die Bauchdecke entfallen somit und dadurch auch die Risiken, die mit solchen umfangreichen chirurgischen Eingriffen einhergehen. Blutungen, Infektionen oder Nahtundichtigkeiten werden beispielsweise mit der Schlüsselloch-Technik minimiert. Zudem benötigt der Patient in den allermeisten Fällen keine extra Blutkonserven und kann das Krankenhaus auch früher verlassen bzw. ist früher wieder voll belastbar. In der modernen Viszeralchirurgie erleichtern auch immer leistungsfähigere Apparate dem Chirurgen die Arbeit. Hier ist insbesondere die robotikassistierte Chirurgie zu nennen, bei welcher die Chirurgen von intelligenten Robotersystemen bei ihren Operationen unterstützt werden.

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Quellenangaben:
Onlineinformationen der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) unter www.dgav.de ff., des BDC - Berufsverband der Deutschen Chirurgen e.V. unter www.chirurg-werden.de ff., der Seite „Operation Karriere“ unter https://www.operation-karriere.de/karriereweg/assistenzarzt/berufsbild-chirurgie-viszeralchirurgie.html und der Seite MySurgery, E-Learning Chirurgie unter www.mysurgery.de ff. (alle aufgerufen im Juli 2019)