Ohne Angst in die Zahnarztpraxis

Der Zahnarztbesuch sollte für Kinder ein unbeschwertes Erlebnis sein. (Foto: mbtstudio/Fotolia)
Der Zahnarztbesuch sollte für Kinder ein unbeschwertes Erlebnis sein. (Foto: mbtstudio/Fotolia)

Vor allem Kinder sollten Vertrauen zu ihrem Behandler haben

(dbp/ihs) Gesunde Zähne sind wichtig für die Entwicklung eines Kindes. Daher sollte der erste Besuch bei einem Zahnarzt erfolgen, wenn das Kind etwa ein Jahr alt ist und die ersten Milchzähne da sind. Haben die Kleinen Angst, ist der Weg zu einem spezialisierten Kinderzahnarzt sinnvoll.

„Bei einem frühzeitigen Zahnarztbesuch“, weiß Professor Dr. Christian Hirsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde, „lassen sich angeborene Schäden rechtzeitig erkennen und die Eltern erhalten Empfehlungen zur Vorbeugung von Karies.“

Muttermilch sei die beste Ernährung und habe bei der Kiefer- und Zahnentwicklung eine zentrale Bedeutung. Durch das Saugen würden Kiefer, Lippen sowie die Halsmuskulatur gekräftigt. Allerdings habe die Milch auch einen Zuckeranteil von etwa sieben Prozent. Daher sei eine regelmäßige Zahnreinigung notwendig, sobald die Zähne vorhanden sind, sagt der Experte.

Wenn Kinder schlechte Erfahrung mit dem Zahnarzt gemacht haben und unter einer großen Angst vor der Behandlung leiden, sollten Eltern sich nach Zahnärzten erkundigen, die Erfahrung in der Kinderzahnheilkunde haben (zum Beispiel unter www.kinderzahnheilkunde-online.de) und das Kind behutsam in die Behandlungssituation einführen.

Kommunikation ist das A und O

„Das Wichtigste bei einer Behandlung ist, dass der Zahnarzt mit dem Kind kommuniziert“, rät Professor Hirsch. Das Kind müsse Vertrauen entwickeln können, bevor es sich auf eine Behandlung einlässt. Dazu gehört, dass sich der Zahnarzt viel Zeit nimmt, störende Begleiteindrücke ausblendet und beruhigend auf das Kind einwirkt. Erst dann könnten Maßnahmen wie Lachgas, Sedierung oder Hypnose zur Behandlung eingesetzt werden.

Es gebe keinen Königsweg, welche Behandlung bei starken Ängsten besser geeignet sei. Bei der Lachgasanwendung muss das Praxisteam entsprechend geschult und ausgerüstet sein, um mögliche Risiken wie zum Beispiel Atemstörungen beherrschen zu können. Hypnose habe zwar keine Nebenwirkungen, erfordere aber sehr viel Erfahrung. Die Sedierung erfolge in der Regel mit Medikamenten, die circa eine Stunde vor Behandlungsbeginn eingenommen werden.

Keine Belohnungen für den Besuch

Der Besuch beim Zahnarzt sollte für ein Kind selbstverständlich sein. Bei einem Belohnungsgeschenk besteht die Gefahr, dass das Kind zu sehr unter Druck gerät. Auch sollten Eltern ihren Kindern nicht erzählen, dass ein Zahnarztbesuch nicht wehtut, wenn damit zu rechnen ist, dass behandelt werden muss.

„Auch Eltern sollten auf ihre Zahngesundheit achten, denn sie sind für ihre Kinder ein Vorbild“, rät Professor Hirsch. Darüber hinaus gelte es, das Übertragungsrisiko von Bakterien, die Karies verursachen, zu vermeiden. Daher sei es wenig sinnvoll, wenn Eltern den Schnuller oder den Löffel des Kindes ablecken. Elterliche Fürsorge, eine gute Zahnpflege, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sowie eine gesunde Ernährung sind die besten Voraussetzungen für gesunde Zähne.