Oft schwimmt zu viel Nickel im Trinkwasser

Alte Rohrsysteme können für erhöhte Schwermetallwerte im Trinkwasser sorgen. (Foto: Rossler / Fotolia)
Alte Rohrsysteme können für erhöhte Schwermetallwerte im Trinkwasser sorgen. (Foto: Rossler / Fotolia)

(dbp/spo) Trinkwasser gehört zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln in Deutschland. Dennoch kommt zu Hause aus dem Hahn teilweise Wasser, das zu stark mit Schwermetallen oder Nitrat belastet ist.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB). 1500 Wasserproben, die aus privaten Haushalten eingesandt wurden, haben die IGB-Forscher geprüft. Bei etwa jeder sechsten wurden die Grenzwerte für Schwermetalle wie Nickel, Blei, Kupfer, Eisen oder Mangan überschritten.

Rohre und Armaturen sind das Problem

Die Qualität, die die Trinkwasserverordnung beim deutschen Quell-, Grund- und Oberflächenwasser vorgibt, kommt also häufig nicht in der heimischen Spüle an. Das liege vor allem an den Rohren und Armaturen, so das IGB. Ab dem Hausanschluss ist jeder Eigentümer selbst für die Wasserqualität verantwortlich. Und dort liegen häufig zum Beispiel Kupfer- oder verzinkte Rohre, aus denen Schwermetalle ausgeschwemmt werden können. Gleiches kann auch mit den Armaturen an der Spüle passieren – egal ob billig oder teuer eingekauft.

Darüber hinaus wurden in knapp 16 Prozent der Proben von Hausbrunnen erhöhte Nitratwerte gefunden – das ist besonders bedenklich, wenn damit Säuglingsnahrung zubereitet wird. Eine Nitratbelastung entsteht schnell, wenn es in der Umgebung eine intensive landwirtschaftliche Bodennutzung gibt.

Wer unsicher ist, ob sein Trinkwasser zu Hause in Ordnung ist, kann es ebenfalls beim IGB prüfen lassen. Dazu muss ein kostenpflichtiges Test-Kit bestellt und eingesandt werden. Weitere Infos dazu gibt es unter www.igb.fraunhofer.de/de/kompetenzen/molekulare-biotechnologie/chemische-analytik/wassercheck.html. Übrigens: Ist der Schwermetallanteil erhöht, kann es oft schon helfen, das Wasser eine Weile laufen zu lassen.